Dauerhafte OAK nach erfolgreicher Katheterablation wohl ohne Nutzen

In der Studie OCEAN ging die fortgeführte fortgeführte Behandlung mit Rivaroxaban mehr als ein Jahr nach Katheterablation nicht mit besseren Ergebnissen einher als die weitere Behandlung mit Aspirin. (Symbolfoto: ©luchschenF/stock.adobe.com)

Wie lang sollte die orale Antikoagulation (OAK) bei Patienten nach erfolgreicher Katheterablation zur Beendigung eines Vorhofflimmerns (VHF) fortgeführt werden? Dieser Frage ging die offene, Endpunkt-verblindete randomisierte Studie OCEAN nach.

In der Studie war die fortgeführte Behandlung mit Rivaroxaban mehr als ein Jahr nach der Ablation nicht mit besseren Ergebnissen assoziiert als die weitere Behandlung mit Aspirin. „Wir konnten keinen Nutzen einer fortgesetzten Antikoagulation feststellen“, resümieren die Studienautoren um Atul Verma von der McGill University im „New England Journal of Medicine“.

Rivaroxaban versus Aspirin ein Jahr nach erfolgreicher Ablation

An der internationalen Studie OCEAN nahmen 1284 Patienten teil, die mindestens ein Jahr zuvor eine erfolgreiche VHF-Katheterablation erhalten hatten und einen CHA2DS2-VASc-Score von ≥1 (bzw. ≥ 2 bei Frauen oder bei Patienten, bei denen eine Gefäßerkrankung ein Risikofaktor war) aufwiesen. Die Patienten wurden randomisiert entweder der Aspirin-Gruppe (70–120 mg täglich, je nach Verfügbarkeit in der jeweiligen Region; n=643) oder der Rivaroxaban-Gruppe (15 mg täglich; n=641) zugewiesen und über drei Jahre nachbeobachtet.

Bei den Studienteilnehmern wurde sowohl bei Aufnahme in die Studie als auch nach drei Jahren ein MRT des Kopfes durchgeführt. Der primäre Endpunkt war ein Komposit aus Schlaganfall, systemischer Embolie oder neuem verdeckten embolischen Schlaganfall (≥1 neuer Infarkt mit einer Größe von ≥15 mm im MRT) nach drei Jahren.

Rivaroxaban senkt primären Endpunkt nicht signifikant

Ein solches Ereignis trat bei fünf Patienten (0,31 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) in der Rivaroxaban-Gruppe und bei neun Patienten (0,66 Ereignisse pro 100 Patientenjahre) in der Aspirin-Gruppe auf (relatives Risiko [RR] 0,56; 95 %-KI 0,19–1,65; absolute Risikodifferenz nach 3 Jahren: -0,6 Prozentpunkte; 95 %-KI -1,8 bis 0,5; p=0,28). Neue Hirninfarkte mit einer Größe von weniger als 15 mm wurden bei 3,9 Prozent der Patienten in der Rivaroxaban-Gruppe und bei 4,4 Prozent in der Aspirin-Gruppe beobachtet (RR 0,89; 95 %-KI 0,51– 1,55).

Zu tödlichen oder schweren Blutungen (der zusammengesetzte primäre Sicherheitsendpunkt) kam es nach drei Jahren bei zehn Patienten (1,6 %) unter Rivaroxaban und bei vier Patienten (0,6 %) unter Aspirin (HR 2,51; 95 %-KI 0,79–7,95).

(ah/BIERMANN)