DDW 2019: Appendektomie mit Entwicklung von Morbus Parkinson assoziiert14. Mai 2019 Patienten, die sich einer Appendektomie unterzogen haben, erkranken laut einer neuen Untersuchung mit höherer Wahrscheinlichkeit an Morbus Parkinson als solche, bei denen keine solche Operation durchgeführt wurde. Die retrospektive Studie, für die mehr als 62 Mio. Datensätze von Patienten ausgewertet wurden, wurde kürzlich anlässlich der Digestive Disease Week vorgestellt. „Jüngste Forschungen zur Ursache des M. Parkinson drehen sich um Alpha-Synuclein, ein Protein, dass zu Beginn einer Parkinson-Erkrankung im Gastrointestinaltrakt zu finden ist“, erklärt Dr. Mohammed Z. Sheriff von der Case Western Reserve University und Hauptautor der Studie. „Deshalb haben Wissenschaftler weltweit im Gastrointestinaltrakt, einschließlich des Appendix, nach Evidenz für die Entstehung des M. Parkinson gesucht.“ Frühere Ergebnisse zu Appendektomien und Parkinson waren inkonsistent. Einige Studien zeigten keinen Zusammenhang, während eine kürzlich durchgeführte Studie aus Europa zeigte, dass Patienten mit noch vorhandenem Blinddarm mit höherer Wahrscheinlichkeit an Parkinson erkranken. Dieser Widerspruch veranlasste Sheriff und Kollegen, anhand US-amerikanischer Daten Antworten auf diese Frage zu finden. Sie verwendeten dafür die Datenbank eines in Ohio ansässigen Unternehmens, das elektronische Krankenakten aus 26 wichtigen integrierten Gesundheitssystemen bezieht.Die Forscher analysierten somit Daten zu mehr als 62,2 Mio. Patienten und identifizierten diejenigen, bei denen mindestens sechs Monate nach eine Appendektomie ein M. Parkinson diagnostiziert worden war. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass von 488.190 Patienten, die sich einer Appendektomie unterzogen hatten, 4470 (0,92%) an Parkinson erkrankten. Unter den verbleibenden 61,7 Mio. Patienten ohne Appendektomie identifizierten sie nur 177.230 (0,29%) mit späterer Parkinsondiagnose. Laut dieser Analyse war die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten nach einer Appendektomie an Parkinson erkranken, mehr als dreimal höher als bei Personen ohne einen solchen Eingriff. Die Forscher stellten ein vergleichbares Risiko für alle Altersgruppen fest, unabhängig von Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit. Abgesehen von der für die Abfrage programmierten sechsmonatigen Auswaschphase konnten die Forscher anhand der anonymisierten Daten nicht genau feststellen, wie viel Zeit zwischen der Appendektomie und der Parkinsondiagnose verging. “Diese Arbeit belegt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Appendix beziehungsweise einer Appendektomie und der Parkinson-Krankheit, aber es ist nur eine Assoziation”, sagt Sheriff. “Zusätzliche Untersuchungen sind erforderlich, um diesen Zusammenhang zu bestätigen und die beteiligten Mechanismen besser zu verstehen.” Sheriff MZ et al. Parkinson’s disease is more prevalent in patients with appendectomies: a national population-based study. Abstract 739.
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