DDW 2019: Endoskopischer Schlauchmagen erfolgreich im Kampf gegen Adipositas15. Mai 2019 Foto: © Africa Studio/Adobe Stock Der endoskopische Schlauchmagen (endoscopic sleeve gastroplasty [ESG]), ein relativ neues, minimal invasives Verfahren zur Gewichtsreduktion, hat in der ersten Langzeitstudie, in der die Patienten fünf Jahre lang nachbeobachtet wurden, zu einer signifikanten Gewichtsreduktion geführt. Das berichteten die Autoren der Arbeit kürzlich anlässlich der Digestive Disease Week. Die Forscher hoffen, dass diese Ergebnisse dazu beitragen werden, eine gravierende Lücke in der Therapie von Patienten zu schließen, die für einen herkömmlichen bariatrischen Eingriff nicht infrage kommen oder sich zu einem solchen nicht durchringen können. “Wir beobachteten einen sehr nachhaltigen, signifikanten Gewichtsverlust für mehr als 200 Patienten zwischen dem ersten und dem fünften Jahr der Nachbeobachtung. Die Patienten verloren durchschnittlich bis zu 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts”, sagt Dr. Reem Sharaiha vom New Yorker Presbyterian/Weill Cornell Medical Center und Hauptautorin der Studie. “Dies ist insofern von Bedeutung, als dass Studien gezeigt haben, dass bei Menschen, die mindestens 10 Prozent ihres Körpergewichts verlieren, eine Verbesserung des Blutdrucks, Diabetes und der kardialen Outcomes festzustellen ist. Wir hoffen, dass dies die Krankenversicherungen davon überzeugen, dass es sich beim ESG nicht um ein “experimentelles” Verfahren handelt, sondern für den Patienten lebenslang von Nutzen ist.” Dr. Sharaihas Team war vor mehr als sechs Jahren eines der ersten in den USA, das in einem ambulanten Eingriff einen ESG anlegte. Bisherige Studien dokumentierten den Behandlungserfolg nach ESG nur für ein bis zwei Jahre. Für die nun vorgestellte Arbeit wurden prospektiv über einen Zeitraum von fünf Jahren Daten von 203 Patienten gesammelt. Die Probanden hatten einen Body Mass Index (BMI) zwischen 32 und 46. Die Forscher beobachteten, dass Patienten im Allgemeinen innerhalb von 24 Monaten einen maximalen Gewichtsverlust erreichten, wonach einige Patienten dazu neigten, etwa 14 Prozent ihres verlorenen Gewichts wieder zuzunehmen. Das decke sich mit Daten aus der Literatur zu chirurgischen Eingriffen, so die Forscher. Die Studie ergab auch, dass die Wahrscheinlichkeit für einen späteren signifikanten Gewichtsverlust um 80 Prozent sank, wenn die Patienten nicht innerhalb der ersten drei Monate nach ESG mindestens 10 Prozent ihres Körpergewichts verloren. Die Komplikationsrate lag bei ESG unter einem Prozent und fiel somit günstiger aus als bei einem chirurgischen Eingriff. “Wir waren der Meinung, dass eine längerfristige Studie erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Gewichtsabnahme mit dieser Behandlungsmethode nachhaltig ist. Untersuchungen haben ergeben, dass eine längere Gewichtsreduktion mit größerer Wahrscheinlichkeit eine dauerhafte Abnahme bewirkt”, so Sharaiha. “Im Hinblick auf zukünftige Studien werden wir diese Kohorte weiterhin beobachten, um ihre Fortschritte in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu verfolgen. Zusätzlich untersuchen wir hormonelle Reaktionen und Komorbiditäten und arbeiten an Möglichkeiten, diejenigen Patienten vorab identifizieren zu können, die von diesem Verfahren profitieren werden. Derzeit wird auch eine randomisierte Kontrollstudie durchgeführt, in der die ESG in Kombination mit Diät und Bewegung untersucht wird.” Sharaiha R. Long-term follow up and outcomes after endoscopic sleeve gastroplasty for treatment of obesity (5-year data). Abstract 70.
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