Dem Krebs davonradeln11. Juni 2026 Bild: ©julvektoria – stock.adobe.com Eine Studie der Medizinischen Universität (Med Uni) Graz untersucht, wie Sport und körperliches Training die Lungenkrebs-Therapie ergänzen. Lungenkrebs ist bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache. In Österreich sterben jährlich knapp 4000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Um die Heilungschancen zu verbessern, wird intensiv an dieser Erkrankung geforscht – auch an der Med Uni Graz. Dr. Elisabeth Taucher von der Klinischen Abteilung für Pulmonologie der Med Uni Graz und ihr Team untersuchen in, wie sich die Stimulation des Immunsystems durch sportliche Betätigung auf dem Fahrradergometer auf den Verlauf der Tumorerkrankung auswirkt. Patienten, die an der Teilnahme Interesse haben, können aktuell noch in die Studie „Exercise and the Immune Response in Lung Cancer“ eingeschlossen werden. Körperliche Belastung − messbarer Anstieg der Zytokine Die derzeitige Datenlage weist klar darauf hin, dass die körpereigene Immunantwort gegen den Tumor durch richtig dosierte körperliche Belastung optimiert wird. So wurde eine begleitende Trainingstherapie bereits in anderen Ländern als routinemäßige Ergänzung der Krebstherapie etabliert. In Österreich seien die positiven Effekte von Sport bei einer diagnostizierten Krebserkrankung allerdings noch wenig bekannt, heißt es in der Mitteilung der MedUni Graz. „Tumorzellen werden durch das körpereigene Immunsystem bekämpft. Jedoch entwickeln Tumorzellen Mechanismen, um diesem Angriff durch die körpereigene Immunantwort zu entgehen. Sport und Training haben nachweislich einen stimulierenden Effekt auf das Immunsystem; beispielsweise kommt es nach einer körperlichen Belastung zu messbaren Anstiegen der Zytokin-Werte im Blut“, erklärt Taucher den Mechanismus, den die Studie untersucht. „Mit diesem Projekt erforschen wir den Effekt einer medizinisch und sportwissenschaftlich begleiteten 12-wöchigen Trainingstherapie bei Patient*innen, die an Lungenkrebs leiden. Daten aus der Literatur zeigen klar, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch regelmäßiges Ausdauertraining deutlich reduziert wird. Für gewisse Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs gibt es auch schon deutliche Hinweise, dass der Krankheitsverlauf durch körperliches Training positiv beeinflusst wird“, fährt die Forscherin weiter fort. Das Ziel der Studie Die Forscher erhoffen sich, im Rahmen der Studie zeigen zu können, dass Bewegung einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Krebserkrankung hat. „Vor einigen Jahrzehnten hieß es, dass man nach einem Herzinfarkt körperlich nicht mehr belastet werden darf. Heute ist es ganz normal, dass nach einem Herzinfarkt in einer kardiologischen Reha-Einrichtung Sport betrieben wird – dies wirkt sich sogar positiv aus und ist auf keinen Fall gefährlich, wenn im richtigen Maße betrieben“, so Taucher. Eine ähnliche Erkenntnis erhoffen sie und ihr Team sich auch beim Lungenkrebs. Interessierte können sich unter +43 316 385 12183 für die Studie anmelden. Steckbrief Elisabeth Taucher Dr.in Dr.in med. univ. Dr.in scient. med. Elisabeth Taucher ist Fachärztin für innere Medizin und Pulmonologie und absolvierte ergänzend das Diplom Sportmedizin. Sie verfasste ihre Dissertation zum Thema Zuckerstoffwechsel im Nichtkleinzelligen Lungenkrebs und interessiert sich besonders für neue und ergänzende Möglichkeiten der Krebstherapie. Taucher ist selbst begeisterte Hobbysportlerin und versucht, auch ihren drei Kindern die Freude an Sport und Bewegung zu vermitteln. Mehr zu Sport bei Krebs: Sport trotz Hirntumor: „Muskelkater ist der Applaus des Körpers“ Mehr Lebensqualität für krebskranke Kinder und Jugendliche
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