Demenzrisiko bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom erhöht17. Juni 2025 © Ermolaev Alexandr – stock.adobe.com (Symbolbild) Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist mit einem höheren Risiko für Demenz aufgrund jeglicher Ursache und einige ihrer Subtypen assoziiert. Das berichten britische Forschende als Ergebnis einer Analyse von Daten zu 2,3 Mio. Erwachsenen (Alter ≥18 Jahre). Informationen zu den Probanden hatte man dem Clinical Practice Research Datalink (2000–2022) entnommen, der landesweit repräsentativen Datenbank für elektronische Patientenakten aus der Primärversorgung in Großbritannien. In der Untersuchung wurden 193.600 OSAS-Patienten mit 536.701 Personen ohne OSAS verglichen. Um das Risiko für die Entwicklung einer Demenz aufgrund jeglicher Ursache, einer vaskulären Demenz und einer Alzheimer-Krankheit bei Personen mit und ohne OSAS zu quantifizieren, setzten die Wissenschaftler die Cox-Regression ein. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,0 Jahren (Interquartilbereich [IQR] 1,8–7,5) entwickelten 2802 bzw. 6211 Personen mit bzw. ohne OSAS eine Demenz aufgrund jeglicher Ursache. Dies entspreche einer rohen Inzidenzrate von 2,47 bzw. 2,34 pro 1000 Personenjahre, rechnen die Studienautoren vor. Lag ein OSAS vor, war dies mit einem höheren Risiko für eine Demenz aufgrund jeglicher Ursache (adjustierte HR [aHR] 1,12; 95%-KI 1,07–1,17), für eine vaskuläre Demenz (aHR 1,29; 95%-KI 1,19–1,41) und für ein unverändertes Alzheimer-Risiko (aHR 1,07; 95%-KI 0,99–1,16) verbunden. Personen, die an einem OSAS litten und eine Behandlung mit kontinuierlichem positiven Atemwegsdruck (CPAP) erhalten hatten, wiesen ein ähnliches Risiko für eine Demenz aufgrund jeglicher Ursache auf wie vergleichbare Personen ohne OSAS (aHR 0,99; 95 %-KI 0,74–1,32). Fazit OSAS ist mit einem erhöhten Risiko für Demenz jeglicher Ursache sowie bestimmter Subtypen verbunden. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Forschenden der University of Birmingham betont, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um den klinischen Nutzen eines Screenings auf kognitive Beeinträchtigungen bei Menschen mit OSAS zu untersuchen. Weiter erforscht und beurteilt werden müsse auch der Einfluss einer CPAP-Behandlung auf den kognitiven Abbau und das Demenzrisiko. (ac) Autoren: Wang J et al. Korrespondenz: Jingya Wang; [email protected] Studie: Obstructive sleep apnoea syndrome and future risk of dementia among individuals managed in UK general practice Quelle: Thorax 2025;80(3):167–174. Web: https://doi.org/10.1136/thorax-2024-221810
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