Deutsch-tschechische Kooperation zur Herstellung von Actinium-225 zur Krebstherapie12. Mai 2022 Dr. Lutz Helmke, Mitglied des Vorstandes der Eckert & Ziegler AG, Segment Medical (Operations). Foto: Eckert & Ziegler AG Die Eckert & Ziegler AG, ein Spezialist für medizinische Radioisotope, hat mit dem kernphysikalischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften, Ústav jaderné fyziky (UJF), eine langfristige Zusammenarbeit für die Herstellung des Alphastrahlers Actinium-225 vereinbart. Die Vereinbarung sieht vor, dass Eckert & Ziegler dem UJF-Forschungszentrum mehrere Millionen Euro für Investitionen in Anlagen und Heißzellen sowie Radium-226 als Ausgangsmaterial für Tests und Bestrahlungen zur Verfügung stellt. Im Gegenzug erhält Eckert & Ziegler exklusiven Zugang zu den Produktionskapazitäten einer Pilotanlage, die in den nächsten zwei Jahren in der Nähe von Prag gebaut wird, sowie Mitnutzungsrechte an Prozessschritten, die für eine kommerzielle Actinium-225-Produktion im großen Maßstab entwickelt werden. Einsatz gegen Prostatakrebs und andere MalignomeActinium-225 wird als Wirkstoff in der Krebsbehandlung eingesetzt. Das Radioisotop emittiert leistungsstarke, hochenergetische Alpha-Partikel mit kurzer Eindringtiefe, die eine präzise Behandlung von Tumorzellen, einschließlich schwer zu erfassender Mikrometastasen, mit minimalen Auswirkungen auf das umgebende gesunde Gewebe ermöglichen. Hierzu wird Actinium-225 mit einem geeigneten Träger (z.B. einem Antikörper oder Peptid) kombiniert, der spezifisch an Krebszellen bindet und diese damit selektiv bekämpft. Momentan werden Radiopharmazeutika auf Basis von Actinium-255 in vielen klinischen Indikationen getestet, u.a. gegen Prostatatumore, Darmkrebs und Leukämie. Experten erwarten, dass der Bedarf an Actinium-225 in der nächsten Dekade exponenziell zunimmt.„Die Zusammenarbeit mit Eckert & Ziegler trägt dazu bei, in der europäischen Union leistungsfähige Betriebe für die Herstellung von therapeutischen Radiopharmazeutika zu schaffen“, erläuterte Dr. Petr Lukáš, Direktor des UJF. „Corona und die jüngsten politischen Krisen zeigen, wie schnell der globale Austausch stocken und wie wichtig es für Produzenten neuer Radiopharmazeutika sein kann, Teile ihrer Wertschöpfungskette mit lokalen Partnern zu entwickeln“, ergänzte Prof. Ondřej Lebeda, Leiter der Abteilung Radiopharmazeutika des UJF.„Mit dem UJF haben wir nur 90 Autominuten von unserem sächsischen Standort entfernt einen kompetenten Ansprechpartner für die vielen komplexen Aufgaben, die bei der Herstellung von Actinium-225 anfallen“, ergänzte Dr. Lutz Helmke, Mitglied des Vorstands und Betriebsvorstand für das Segment Medical. „Wir gewinnen einen wertvollen Partner in der Bemühung, unsere führende Position im Weltmarkt für therapeutische Radioisotope auszubauen. Als Ausgangsmaterial greifen wir dabei auf einen Bestand von Radium-226 zurück, den wir bei der Rücknahme von medizinischen Strahlenquellen in unserem Recyclinggeschäft angesammelt haben. Diese Aufarbeitung der Strahlenquellen liefert im Übrigen ein Beispiel dafür, wie gut Kreislaufkonzepte innerhalb der Branche funktionieren.“Über Eckert & Ziegler Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 900 Mitarbeitern zu den größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet an seinen weltweiten Standorten Dienstleistungen für Radiopharmazeutika an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
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