Deutsche Schmerzgesellschaft erfreut über diesjährigen Nobelpreis für Medizin 20216. Oktober 2021 Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. Foto: Anna Schroll/UKJ Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. begrüßt die Vergabe des diesjährigen Nobelpreises für Medizin an zwei „wegweisende Schmerzforscher“. Dies sei Motivation und Ansporn für Schmerznachwuchsforscher weltweit, erklärt apl. Prof. Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. „Wir freuen uns, dass mit der Entscheidung der Vergabe des Nobelpreises 2021 an Prof. David Julius und Prof. Ardem Patapoutian zwei Persönlichkeiten für Arbeiten geehrt werden, die mit ihrer Forschung auch Diagnostik und Therapie (chronischer) Schmerzen maßgeblich beeinflusst haben“, so Meißner. Ihre Forschung zu hitze- und druckempfindlichen Rezeptoren und deren Mechanismen habe das Verständnis zu Empfindung und Weiterleitung von Schmerzreizen erweitert und die Grundlage für maßgeschneiderte Therapien gelegt. Die Sprecherin der Forschungskommission der Deutschen Schmerzgesellschaft, Prof. Esther Pogatzki-Zahn, ergänzt: „Das ist doch ein wunderbarer Ansporn für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich dem Bereich der Schmerzforschung zu widmen. Denn Forschungs- und Wissenslücken müssen weiter geschlossen werden, um wirksame Therapiekonzepte auf den Weg zu bringen.“ Etwa 23 Mio. Deutsche (28%) berichten über chronische Schmerzen, 95% davon über chronische Schmerzen, die nicht durch Tumorerkrankungen bedingt sind. Legt man die „Messlatte“ der Beeinträchtigung durch die Schmerzen zugrunde, so erfüllen 6 Mio. Deutsche die Kriterien eines chronischen, nicht tumorbedingten, beeinträchtigenden Schmerzes, wie die Deutsche Schmerzgesellschaft mitteilt. Die Zahl chronischer, nicht tumorbedingter Schmerzen mit starker Beeinträchtigung und assoziierten psychischen Beeinträchtigungen (Schmerzkrankheit) liegt ihr der Gesellschaft zufolge bei 2,2 Mio. Deutschen. Die Deutsche Schmerzgesellschaft ist mit rund 3500 persönlichen Mitgliedern die größte wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im Bereich Schmerz in Europa. Die Gesellschaft ist Mitglied der IASP (International Association for the Study of Pain) sowie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Sie ist zudem die interdisziplinäre Schmerzdachgesellschaft von derzeit 19 mitgliederstarken weiteren medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Schmerz.
Mehr erfahren zu: "Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand: Studie sieht zusätzliches Potenzial für Deutschland" Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand: Studie sieht zusätzliches Potenzial für Deutschland Derzeit ist die Organspende nach dem irreversiblen Hirnfunktionsausfall die einzige rechtlich zulässige Form der Spende. Die Einführung der Organspende auch nach Herz-Kreislauf-Stillstand könnte Wartezeiten verkürzen und Transplantationszahlen steigern. Das zeigen […]
Mehr erfahren zu: "Schnelltest soll Diagnostik antibiotikaresistenter Bakterien erleichtern" Weiterlesen nach Anmeldung Schnelltest soll Diagnostik antibiotikaresistenter Bakterien erleichtern Die Behandlung Vancomycin-resistenter Enterococcus faecium (VRE) ist besonders schwierig. Ein deutsches Forschungsteam arbeitet deshalb an der Entwicklung eines Schnelltests, der die Resistenzmechanismen des Bakteriums zuverlässig erfassen und die Diagnose vereinfachen […]
Mehr erfahren zu: "Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland" Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland Jährlich kommt es in deutschen Kliniken zu zehntausenden Herz-Kreislauf-Stillständen – mit bislang geringen Überlebenschancen. Das neue iRAD-Programm soll Abläufe verbessern und die Versorgung nachhaltig stärken.