DGG hält an Einführung des Facharztes Geriatrie fest11. April 2017 Foto: © Alexander Raths – fotolia.com Die Einführung eines spezialisierten Facharztes Geriatrie zählt aktuell zu den wichtigsten Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Die Fachgesellschaft widerspricht deshalb dem Bayerischen Hausärzteverband, der die hausärztlichen Allgemeinmediziner durch deren Ausbildung ausreichend qualifiziert sieht, um dem älteren Patienten in jeder Hinsicht gerecht zu werden. In einer Stellungnahme betont die DGG, dass derade die Versorgung alter, oft mehrfacherkrankter Menschen sehr komplex und daher auf Spezialisten angewiesen sei. „Aus Sicht der DGG besteht weiterhin der Bedarf, die geriatriespezifische Qualifikation der Ärzteschaft sachgerechter als bisher zu regeln. Sie hält daher weiterhin an der Einführung eines eigenständigen Facharztes Geriatrie fest”, heißt es in der Stellungnahme. “Das Altern bedingt umfangreiche Veränderungen von Organfunktionen, die zudem bei vielen Patienten mit Multimorbidität oder/und funktionellen Einschränkungen einhergehen. Die demographische Entwicklung und der rasch ansteigende Behandlungsbedarf von hochaltrigen und multimorbiden Patienten haben in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme von Fachabteilungen für Geriatrie in Deutschland geführt. Für die Versorgung dieser Patientengruppe wurden spezifische Behandlungsformen etabliert, die akutmedizinische Behandlungsansätze mit rehabilitativen Konzepten verbinden”, heißt es von Seiten der Fachgesellschaft weiter. Fachwissen zum älteren Patienten muss unter allen ärztlichen Kollegen gefördert werden Die wissenschaftliche Forschung in der Geriatrie habe einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dieser Patientengruppe medizinisch besser gerecht zu werden. Die Vielzahl der zu geriatrischen Themen international publizierten Fachartikel sowie das in den letzten Jahren rasch ansteigende Ranking wissenschaftlicher Zeitschriften mit geriatrischem Fokus seien Ausdruck des wachsenden Versorgungsbedarfs und damit der Bedeutung des Faches. “Der deutliche Wissenszuwachs, die Besonderheiten des alten Menschen und die Bedeutung der Geriatrie für die Versorgung hochbetagter und multimorbider Patienten erfordern einen Facharzt für Geriatrie. Dieser ist auch notwendig, um die Geriatrie in der Weiterbildung von jungen Ärzten zukunftsfähig zu machen. Wenngleich das Fachwissen zum älteren Patienten unter allen ärztlichen Kollegen weiter gefördert werden muss, bedarf es zusätzlich des Spezialisten auf diesem Gebiet, da kein Kollege ein universelles Wissen zu allen Themen der Medizin besitzt”, schreibt die DGG in ihrer Stellungnahme. Kooperation zwischen Hausärzten und Geriatern ist im Sinne des Patienten Kooperation und Wertschätzung zwischen den Kollegen aller Fachrichtungen und eine wachsende Zahl spezifisch und umfangreich weitergebildeter Geriater sei eine Notwendigkeit, die aufgrund der spezifischen Entwicklung des Faches nur im Sinne des geriatrischen Patienten sein könne. Auch die DGG lehne wie der Bayerische Hausärzteverband eine sektorale Untergliederung durch die Einführung einer „Ambulanten-Zusatzweiterbildung“ ab. Vielmehr müsse die bereits bestehende Grundkompetenz der Hausärzte durch gezielte Fort- und Weiterbildungen weiter gestärkt und durch eine bundesweit einheitliche Zusatzbezeichnung beziehungsweise Facharzt Geriatrie darüberhinausgehend ergänzt werden. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie
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