DGKJ: Kinder brauchen Perspektiven

Maskentragen: ja, anlasslose Tests: nein. Das fordern Kinder- und Jugendmediziner angesichts der bevorstehenden Lockerungen der Coronamaßnahmen. (Foto: © JackF – stock.adobe.com)

Nachdem die Omikron-Welle in den meisten Bundesländern ihren Höhepunkt überschritten hat, fordern die Kinder- und Jugendärzte Lockerungen der Pandemiemaßnahmen, die Kinder und Jugendliche mindestens so sehr entlasten wie erwachsene Menschen.

Risikogruppen müssten zwar weiter vor schweren Krankheitsverläufen geschützt werden – Kinder und Jugendliche aber seien nur sehr selten betroffen, erinnert eine aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), unterstützt vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

„Wir müssen nun in eine Phase von konkreten Lockerungen eintreten, die Kinder und Jugendliche mindestens so sehr entlasten wie erwachsene Menschen unserer Gesellschaft“, betonte DGKJ-Generalsekretär PD Dr. Burkhard Rodeck, denn: „Kinder und Jugendliche haben enorm unter der Pandemie gelitten. Wir sehen jetzt noch deutlicher als vor einigen Monaten, dass die Berücksichtigung von Gesundheit und Wohlbefinden von Heranwachsenden in den politischen Entscheidungsprozessen viel zu sehr im Hintergrund stand.“

Entsprechend fordern DGKJ, DGPI und BVKJ, Impfungen gegen SARS-CoV-2 bei Erwachsenen weiter zu forcieren, und empfehlen in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen und den allgemein auch außerhalb der Schule gültigen Regeln das Tragen einer Maske beim Besuch von weiterführenden Schulen. Grundschülern könne in besonderen Situationen das Maskentragen ebenso empfohlen werden, sollte aber nicht verpflichtend sein. Maskenpausen müssen zugelassen werden, Sportunterricht sollte ohne Masken stattfinden, empfehlen die Kinder- und Jugendmediziner.

Ab sofort eingestellt werden sollen auch anlasslose Antigen-Schnellteste/PCR-Poolteste. Kinder und Jugendliche in
Kindertagesstätten und Schulen mit zum Teil täglichem Testen seien die Altersgruppe, die in der Vergangenheit am konsequentesten, also ohne Anlass, mit verschiedenen Testen überwacht worden seien. “Das hatte und hat weitreichende Konsequenzen, die über das hinausgingen, was außerhalb des Schulbetriebs gefordert und
umgesetzt wurde”, kritisieren die Mediziner mit Blick auf die so ausgelösten Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen.

Entsprechend sollte bei Kita- und Schulkindern nach Kontakt zu einem Kind mit positivem SARS-CoV-2-Test nicht mehr zwangsläufig Quarantäne angeordnet werden. Vielmehr sollten die betroffenen Kinder die Möglichkeit erhalten, in der Einrichtung zu verbleiben. Ihr Infektionsstatus kann mittels Antigen-(oder PCR-)Test in den Tagen nach dem Kontakt mit ausreichender Sicherheit überprüft werden, heißt es in der Empfehlung der drei Verbände.