Diabetes: Auswirkungen von Begleiterkrankungen auf die Lebensjahre11. Februar 2025 © Africa Studio- stock.adobe.com (Symbolbild) Diabetes mellitus ist ein zentraler Treiber von mehreren Langzeiterkrankungen (MLTCs). Bevölkerungsbasierte Studien haben bisher jedoch nicht die Belastung, die im Laufe des Lebens entsteht, charakterisiert. Eine aktuelle Studie bestimmte daher die Lebensjahre, die mit diabetesbedingten MLTCs verbracht und verloren werden, bei 46 Mio. Erwachsenen in England und setzten das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose in Beziehung. Die Studienautoren stellten fest, dass die Morbiditätsmuster über klassische Diabeteskomplikationen hinausgehen und schwere MLTCs bei Frauen um 20 Jahre und bei Männern um 15 Jahre früher auftreten. Mit 50 Jahren hat ein Drittel der Menschen mit Diabetes ≥3 Erkrankungen, verbringt >20 Jahre mit ihnen und stirbt 11 Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Jede zusätzliche Erkrankung, die im Alter von 50 Jahren vorliegt, ist mit 4 Lebensjahren weniger assoziiert. Hypertonie, Depressionen, Krebs und Koronare Herzkrankheit tragen erheblich zu MLTCs im höheren Alter bei und verursachen die größte Belastung auf Gemeinwohl-Ebene in Bezug auf die mit den MLTCs verbrachten Jahre (813–3908 Jahre pro 1000 Individuen) und mit durch MLTCs verlorenen Jahre (900–1417 Jahre pro 1000 Individuen). Bei jüngeren Erwachsenen hingegen spielen Depressionen, schwere psychische Erkrankungen, Lernbehinderungen, Alkoholabhängigkeit und Asthma eine größere Rolle. Wenn diese Erkrankungen auftreten, sind alle bis auf die Alkoholabhängigkeit mit vielen Lebensjahren, die mit ihnen verbracht werden (11–14 Jahre) und alle bis auf Asthma mit vielen verlorenen Lebensjahren (11–15 Jahre) verbunden. Die Autoren betonen, dass diese Ergebnisse die Notwendigkeit unterstreichen, wirksame Präventions- und Managementansätze zu priorisieren. (hsp) Autor: Gregg EW et al. Korrespondenz: Edward Gregg; [email protected] Studie: The burden of diabetes-associated multiple long-term conditions on years of life spent and lost Quelle: Nat Med 2024 Oct;30(10):2830-2837. Web: https://doi.org/10.1038/s41591-024-03123-2
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