Diabetes in England: Krebs neue Hauptursache der Mortalität

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Die Prävalenz von Diabetes hat in Großbritannien und anderen Ländern mit hohem Einkommen zugenommen, gleichzeitig ist die kardiovaskuläre Mortalität stark zurückgegangen. Es gibt bisher nur wenige Daten darüber, wie diese Trends die Todesursachen bei Menschen mit Diabetes verändert haben. Bisher sind Diabetiker hauptsächlich an vaskulären Ursachen gestorben.

Eine aktuelle Studie hat verglichen, wie sich die Gesamtmortalität und die ursachenspezifische Mortalität bei Menschen mit Diabetes im Laufe der Zeit verändert hat und wie sich diese Zusammensetzung im Vergleich zu der nicht an Diabetes erkrankten Bevölkerung darstellt.

Im Rahmen einer epidemiologischen Analyse der Aufzeichnungen zur Grundversorgung identifizierten die Autoren von 2001–2018 313.907 Personen mit Diabetes im Clinical Practice Research Datalink und verknüpften diese Daten mit den Sterblichkeitsdaten des britischen Amtes für nationale Statistiken. Es wurden serielle Querschnitte mit Längsschnitt-Follow-ups zusammengestellt, um eine gemischte Prävalenz- und Inzidenzstudienpopulation von Patienten mit Diabetes zu generieren. Die Schätzung der jährlichen Sterblichkeitsraten für die Gesamtmortalität und 12 spezifischen Todesursachen erfolgte mithilfe von Poisson-Regressionsmodellen. Die Wissenschaftler identifizierten zudem alters- und geschlechtsangepasste (1:1) Personen ohne Diabetes aus demselben Datensatz und schätzten die Sterblichkeitsraten in dieser Gruppe.

Zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 31. Oktober 2018 sank die Gesamtmortalität bei Männern um 32% und bei Frauen mit diagnostiziertem Diabetes um 31%. Die Sterblichkeitsraten gingen von 40,7 Todesfällen pro 1000 Personenjahre auf 27,8 Todesfälle pro 1000 Personenjahre bei Männern und von 42,7 Todesfällen pro 1000 Personenjahre auf 29,5 Todesfälle pro 1000 Personenjahre bei Frauen mit diagnostiziertem Diabetes zurück. Die ursachenspezifischen Sterblichkeitsraten gingen in 10 der 12 Gruppen zurück, mit Ausnahme von Demenz und Lebererkrankungen, die in beiden Studienpopulationen zunahmen.

Bei Diabetikern führte die starke Abnahme der Sterblichkeitsraten bei Gefäßerkrankungen zu einem Übergang von vaskulären Ursachen zu Krebs als Hauptursache der Mortalität und zur Kluft bei den Sterblichkeitsraten zwischen Personen mit und ohne Diabetes.

Fazit
Der Rückgang der vaskulären Todesraten bewirkte eine Diversifizierung der Ursachen bei Personen mit diagnostiziertem Diabetes und einem Übergang von Gefäßerkrankungen zu Krebs als Hauptverursacher der diabetesbedingten Mortalität. Klinische und präventive Ansätze sollten diesen Trend beachten, um das übermäßige Mortalitätsrisiko bei Diabetikeren zu verringern, so die Empfehlung der Studienautoren. (rl)

Autoren: Pearson-Stuttard J et al.
Korrespondenz: Jonathan Pearson-Stuttard; [email protected]
Studie: Trends in predominant causes of death in individuals with and without diabetes in England from 2001 to 2018
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2021 Mar;9(3):165–173.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(20)30431-9