Diabetes mellitus: Zahl der Erblindungen sinkt3. Juni 2018 © animaflora – fotolia.com Das Erblindungsrisiko ist bei Menschen mit und ohne Diabetes deutlich gesunken. Dies zeigt eine Untersuchung neu anerkannter Blinden-geldempfänger in etwa der Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte in Baden-Württemberg, welche für den Zeitraum 2008–2012 erfasst wurden. Insgesamt wurden dabei 1897 Personen neu als Blindengeldempfänger registriert – davon waren 23,7 % Patienten mit Diabetes. Es war eine deutliche Abnahme der Inzidenz sowohl bei den Diabetikern als auch bei den Nichtdiabetikern zu beobachten. Sie betrug bei den Patienten mit Diabetes 2008 noch 17,3 pro 100.000 Personenjahre [95 %-KI 13,6–21,1] und lag 2012 bei 8,9 pro 100.000 Personenjahre [95 %-KI 6,3–11,6]. Dies entspricht einer jährlichen Abnahme der Inzidenz von Neuerblindungen um 16 %. Bei denjenigen ohne Diabetes betrug die Inzidenz 2008 noch 9,3 pro 100.000 Personenjahre [95 %-KI 8,3–10,3] und lag 2012 bei 6,6 pro 100.000 Personenjahre [95 %-KI 5,8–7,4] – eine Abnahme um 9 % pro Jahr. Der Vergleich dieser beiden Inzidenzen ergab ein relatives Risiko von 1,70 (95 %-KI 1,32–2,16), welches im gesamten Beobachtungszeitraum stabil bleib. Hinsichtlich des zeitlichen Trends unterschieden sich die Ergebnisse nicht zwischen Männern und Frauen. Fazit Die Ergebnisse ließen sich durch wirksame sekundäre Präventionstherapien und eine verbesserte augenärztliche Versorgung über die diabetische Retinopathie hinaus erklären, so die Studienautoren abschließend. Autoren: Claessen H et al. Korrespondenz: Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung, Deutsches Diabetes-Zentrum, Düsseldorf Studie: Markedly Decreasing Incidence of Blindness in People With and Without Diabetes in Southern Germany Quelle: Diabetes Care 2018 Mar;41(3):478–484. Web: care.diabetesjournals.org
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