Diabetes: Metformin könnte die Konzentration von Spurenelementen beeinflussen

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Forschende aus Japan haben herausgefunden, dass die Einnahme von Metformin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mit niedrigeren Konzentrationen der Spurenelemente Kupfer und Eisen, jedoch erhöhten Zinkwerten assoziiert ist. Das könnte die Entwicklung neuer Medikamente vorantreiben.

Metformin ist das weltweit am häufigsten verschriebene Diabetesmedikament. Neben der Senkung des Blutzuckerspiegels ist es inzwischen auch für seine zahlreichen positiven Nebenwirkungen bekannt, beispielsweise gegen Krebs, Entzündungen und Arteriosklerose. Obwohl es bereits seit über 60 Jahren eingesetzt wird, ist sein Wirkmechanismus noch immer nicht vollständig geklärt, was die Entwicklung noch besserer Medikamente gegen Diabetes erschwert.

Metformin kann Metalle binden

Forschende der Kobe University (Japan) haben nun den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Metformin und den Serumkonzentrationen von metallischen Spurenelementen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Die Ergebnisse der klinischen Studie wurden in der Fachzeitschrift „Open Diabetes Research & Care“ des British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht.

„Es ist bekannt, dass sich die Blutspiegel von Spurenelementen wie Kupfer, Eisen und Zink bei Diabetespatienten verändern. Chemische Studien haben zudem ergeben, dass Metformin bestimmte Metalle wie Kupfer binden kann. Laut jüngsten Studien ist eben diese Bindungsfähigkeit möglicherweise für einige der positiven Wirkungen des Medikaments verantwortlich. Unklar ist bisher allerdings, ob Metformin die Metallwerte im menschlichen Blut direkt beeinflusst“, erklärt der Endokrinologe und Korrespondenzautor der Studie Ogawa Wataru.

Kupfer und Eisen deutlich niedriger, Zink erhöht

Ogawa und sein Team schlossen rund 200 Diabetespatienten am Universitätsklinikum Kobe in ihre Studie ein und analysierten die Konzentrationen dieser Spurenelemente und verschiedener Indikatoren für einen möglichen Mangel in deren Blutserum. Die Hälfte der Patienten nahm Metformin ein, die andere nicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten, die Metformin einnahmen, deutlich niedrigere Kupfer- und Eisenwerte sowie erhöhte Zinkwerte im Vergleich zu Patienten aufwiesen, die kein Metformin einnahmen. Darüber hinaus waren auch die Vitamin B-Werte unter der Einnahme von Metformin deutlich reduziert. Die Autoren mutmaßen, dass die Bindungsfähigkeit des Wirkstoffes mit Kobalt, einem Bestandteil des Vitamins, eine mögliche Erklärung dafür sein könnte.

„Diese Beobachtungen bei den Patienten sind bedeutsam. Da ein Rückgang der Kupfer- und Eisenkonzentrationen sowie ein Anstieg der Zinkkonzentration mit einer verbesserten Glukosetoleranz und der Vorbeugung von Komplikationen in Verbindung gebracht werden, könnten diese Veränderungen tatsächlich mit der Wirkung von Metformin zusammenhängen“, so Ogawa.

Kausaler Zusammenhang weiterhin unklar

Insgesamt sind die Ergebnisse zwar statistisch signifikant, allerdings weist die Studie auch Einschränkungen auf, sodass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme von Metformin und den Beobachtungen nicht abschließend bestätigt werden kann.

Inwiefern Metformin durch die Chetalisierung von Metallen oder andere Mechanismen die Metallkonzentrationen im Blut der Patienten beeinflusst, muss in zukünftigen Studien weiter untersucht werden. In Japan wurde kürzlich ein neues Diabetesmedikament zugelassen. Imeglimin ist ein Metformin-Derivat, das aber vermutlich nicht in gleichem Maße Metalle binden kann wie sein Vorgänger. „Imeglimin hat vermutlich eine andere Wirkungsweise, und wir führen bereits Studien durch, um die Wirkungen der beiden Medikamente zu vergleichen“, sagt Ogawa.

Es ginge jedoch nicht nur darum, die verfügbaren Medikamente zu verstehen, so Ogawa weiter. Das Aufdecken dieser kausalen Zusammenhänge könnte nämlich auch zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Diabetes und seine Komplikation führen, zum Beispiel durch die gezielte Anpassung der Metallkonzentrationen im Körper.

Diese Forschung wurde von der Japan Society for the Promotion of Science und der Manpei Suzuki Diabetes Foundation finanziert.

(mkl/BIERMANN)