Diabetes-Subtypen prägen subjektive Patientenerfahrungen

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Die subjektiven Erfahrungen von Menschen mit Diabetes werden häufig durch patientenberichtete Ergebnisse (PROs) erfasst. Dazu gehören z.B. Depressionssymptome, Wohlbefinden, gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQOL) und der diabetesbezogene Stress.

Clusteranalysen haben neue Diabetes-Subtypen identifiziert, die sich in phänotypischen und metabolischen Merkmalen unterscheiden. Ziel einer aktuellen Studie war es, Zusammenhänge zwischen diesen Subtypen und PROs zu untersuchen und zu überprüfen, ob aufgrund des Subtyps die PROs 5 Jahre später vorhersagt werden könne. Die Studie erfasste Daten von Teilnehmern der Deutschen Diabetes-Studie zu Beginn (<12 Monate nach der ­Diabetes-Diagnose) und im 5-Jahres-Follow-up.

Multiple Regressionsanalysen wurden durchgeführt, um Zusammenhänge zwischen Diabetes-Subtypen und Depressionssymptomen (Center for Epidemiologic Studies Depression Scale), Wohlbefinden (WHO-5), HRQOL (SF-36) und diabetes­bezogenem Stress (Problem Areas in Diabetes Scale) zu analysieren.

Clusteranalysen mit 1391 Daten identifizierten zu Beginn 417 Teilnehmer (30%) mit schwerem autoimmunen Diabetes (SAID), 33 Teilnehmer (2%) mit schwerem insulinmangelbedingten Diabetes, 150 Teilnehmer (11%) mit schwerem insulinresistenten Diabetes (SIRD), 354 Teilnehmer (25%) mit mildem adipositasbedingten Diabetes (MOD) und 437 Teilnehmer (31%) mit mildem altersbedingten Diabetes (MARD).

Multiple Regressionsanalysen zeigten zu Beginn, dass Teilnehmer mit SIRD mehr Depressionssymptome aufwiesen als Teilnehmer mit MARD und eine geringere physische HRQOL als alle anderen Subtypen. Teilnehmer mit SAID hatten mehr Depressionssymptome und eine niedrigere mentale HRQOL als Teilnehmer mit MARD, eine höhere physische HRQOL als Teilnehmer mit MARD und MOD sowie mehr diabetesbezogenen Stress als die meisten anderen Subtypen.

Im 5-Jahres-Follow-up stellte sich in den verschiedenen Subtypen nach Anpassung an multiple Tests keine statistisch signifikanten Änderungen der PROs heraus. Deskriptive Analysen zeigten, dass Personen mit SIRD mit größerer Wahrscheinlichkeit klinisch relevante Depressionssymptome (16% vs. 6%) und ­ein geringes Wohlbefinden (31% vs. 14%) erlebten als Personen mit MARD.

Fazit
Die Auswertungen deuten darauf hin, dass sich Diabetes-Subtypen bereits bei der Diabetes-Diagnose in den PROs unterscheiden. (hsp)

Autoren: Sommer J et al.
Korrespondenz: Jana Sommer; [email protected]
Studie: Depression symptoms, wellbeing, health-related quality of life, and diabetes-related distress in novel subtypes of recent-onset diabetes in Germany: a 5-year observational follow-up study
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2024 Dec;12(12):890-903.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(24)00234-1