Diabetesinzidenz nach Entwicklung von Krebserkrankungen: Kohortenstudie ermittelt erhöhtes Risiko

Krebs
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Bei der Analyse einer großen koreanischen Patien­tenkohorte haben Wissenschaftler festgestellt, dass das Auftreten einer Krebserkrankung das Risiko für einen nachfolgenden Diabetes erhöht. Die Daten zeigen, dass Krebs bei dessen Überlebenden unabhängig von den herkömmlichen Diabetes-Risikofaktoren mit einem erhöhten Diabetesrisiko assoziiert ist.

In die Untersuchung eingeschlossen wurde eine landesweite, repräsentative Stichprobe der koreanischen Allgemeinbevölkerung; die Probanden wurden bis zu 10 Jahre lang nachbeobachtet. Im Verlauf von 3.492.935,6 Personenjahren im Follow-up (mediane Nachbeobachtung 7 Jahre) bei 494.189 Personen (50 % weiblich, durchschnittliches Alter 41,8 Jahre [SD 12,5 Jahre]), entwickelten 15.130 Teilnehmer eine Krebserkrankung und 26.610 einen Diabetes.

Nach einer Adjustierung der Ergebnisse in Bezug auf Alter, Geschlecht, präkanzeröse Risikofaktoren für einen Diabetes, Stoffwechselfaktoren und Komorbiditäten lag die Hazard Ratio (HR) für einen Diabetes im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Krebserkrankung bei 1,35 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,26–1,45; p<0,001). Das durch die Krebserkrankung bedingte zusätzliche Risiko für einen Diabetes war in den ersten 2 Jahren nach der Krebsdiagnose am höchsten, blieb jedoch während der gesamten Nachbeobachtung erhöht.

Betrachtet nach Art der Krebserkrankung war das damit assoziierte Diabetesrisiko signifikant erhöht beim Pankreaskarzinom (HR 5,15; 95 %-KI 3,32–7,99), Nierenkarzinom (HR 2,06; 95 %-KI 1,34–3,16), Leberkarzinom (HR 1,95; 95 %-KI 1,50–2,54), beim Gallenblasenkrebs (HR 1,79; 95 %-KI 1,08–2,98), beim Bronchialkarzinom (HR 1,74; 95 %-KI 1,34–2,24), bei hämatologischen Krebserkrankungen (HR 1,61; 95 %-KI 1,07–2,43), beim Mammakarzinom (HR 1,60; 95 %-KI 1,27–2,01), beim Magenkarzinom (HR 1,35; 95 %-KI 1,16–1,58) und beim Schilddrüsenkrebs (HR 1,33; 95 %-KI 1,12–1,59).

Fazit
Die Daten belegen, dass Krebs mit einem erhöhten Diabetesrisiko bei Krebsüberlebenden einhergeht, unabhängig von den üblichen Risikofaktoren für Diabetes. Ärzte sollten bei diesen Patienten ein routinemäßiges Diabetes-Screening in Betracht ziehen, so das Fazit der Studienautoren.

Autoren: Hwangbo Y et al.
Korrespondenz: Dr. Yul Hwangbo, Natio­nal Cancer Center, Goyang, Südkorea
Studie: Incidence of Diabetes After Cancer Development: A Korean National Cohort Study
Quelle: JAMA Oncol 2018;4(8):1099–1105.
Web: jamanetwork.com/journals/jamaoncology