Diagnostik und Therapie bei Schlafstörungen20. November 2018 Schlafstörungen treten bei vielen psychischen und somatischen Erkrankungen begleitend auf. (Foto: © Sven Vietense – Fotolia.com) Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die bei ärztlichen Konsultationen thematisiert werden und begleitend zu psychiatrischen und körperlichen Erkrankungen auftreten können. Ihre Diagnose und Therapie ist mitunter schwierig. Im Jahr 1986 entwickelte der Psychologe Arthur Spielman das 3-P-Modell, das im Wesentlichen die Einflussfaktoren auf den Schlaf (predisposing, precipitating and perpetuating factors) beschreibt. Dabei zählen zu den prädisponierenden Faktoren die Genetik und das Alter des Patienten, zu den auslösenden Faktoren eine Krankheit und/oder belastende Lebensereignisse und -situationen. Aufrechterhaltende Faktoren können vorwiegend bestimmte Kognitionen wie Gedankenkreisen um die Ursachen, irrationale Ängste und Befürchtungen hinsichtlich der Konsequenzen eines schlechten Schlafs sein, unter deren Einfluss es nach bestimmter Zeit zu einer Verselbstständigung der Schlafstörungen kommen kann, auch wenn ursächliche Faktoren gegenwärtig nicht mehr vorhanden sind. Zur groben Einteilung von Schlafstörungen wird die internationale Klassifikation für Erkrankungen (engl. ICD-10) verwendet, die in dem Kapitel für Schlafstörungen (F51) die nicht organische Insomnie, Hypersomnie, Parasomnien und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus unterscheidet. Schlafstörungen im Rahmen von anderen psychischen Erkrankungen werden unter der entsprechenden Diagnose erfasst, beispielsweise als eine depressive Episode. Darüber hinaus dient die internationale Klassifikation für Schlafstörungen (engl. ICSD) durch die detaillierte Beschreibung von mehr als 40 verschiedenen Schlafstörungen einer genaueren Zuordnung. Oft liegt auch eine multifaktorielle Genese der Schlafstörungen vor. Es bedarf einer ausführlichen Abklärung, besonders dann, wenn Schlafstörungen mehr als drei Nächte in der Woche mindestens einen Monat anhalten, eine Tagesmüdigkeit und/oder -schläfrigkeit auftreten, der Schlaf als wenig erholsam und/oder die Schlafqualität als vermindert erlebt wird. Bei welchen psychischen und somatischen Erkrankungen Schlafstörungen auftreten können und welche Ursachen sich dahinter verbergen, lesen Sie hier.
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