Dialyse: Verhaltenstherapie kann die Beeinträchtigung täglicher Aktivitäten verringern14. Januar 2025 Foto: © DOC-RABE-Media/stock.adobe.com Bei Menschen mit dialysepflichtigem Nierenversagen konnte laut einer US-Studie ein Schmerzbewältigungstraining den Grad der Beeinträchtigung des täglichen Lebens durch den Schmerz verringern. Menschen mit einer dialysepflichtigen Nierenkrankheit leiden häufig unter chronischen Schmerzen, haben aber nur begrenzte Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, schreiben eingangs die Autoren. Darüber hinaus könne die Einhaltung von Schmerzbehandlungsplänen während der Dialysebehandlung schwierig sein. „Es gibt nur sehr wenige Maßnahmen, die nachweislich die Lebensqualität von Menschen mit Nierenkrankheiten im Endstadium verbessern, die mit Dialyse behandelt werden“, kommentiert Studienleiter Dr. Paul Kimmel und ergänzt: „Zum Beispiel haben Opioide, die in dieser Bevölkerungsgruppe die Hauptschmerzbehandlung darstellen, Nebenwirkungen, die bei Nierenversagen stärker ausgeprägt sein können, was die Schmerzbehandlung erschwert.“ Das Schmerzbewältigungstraining ist ein weit verbreiteter Ansatz zur Behandlung chronischer Schmerzen. Bei Dialysepatienten sei sie bisher aber nicht getestet worden. Die Forschungsgruppe der Studie, das HOPE-Konsortium (Hemodialysis Opioid Prescription Effort), hatte sich daher zum Ziel gesetzt, eine verhaltenstherapeutische Intervention zu entwickeln, die die Schmerzwahrnehmung verringern, die Lebensqualität verbessern und den Opioidkonsum bei Hämodialysepatienten reduzieren sollte. Diese Studie ist nach Angaben der Forscher die größte randomisierte, kontrollierte Studie, die zeigt, dass eine nicht-pharmakologische Schmerzintervention für Menschen mit Nierenkrankheiten im Endstadium, die mit Dialyse behandelt werden, von Nutzen ist. Die Ergebnisse der Studie des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, USA, wurden in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht. Virtuelle Einzelsitzungen über zwölf Wochen An der multizentrischen Studie nahmen 643 Erwachsene teil, die wegen einer Nierenkrankheit im Endstadium mit einer Erhaltungsdialyse behandelt wurden und unter chronischen Schmerzen litten. Etwa die Hälfte der Teilnehmer wurde dem Schmerzbewältigungstraining zugewiesen, während die andere Hälfte die übliche klinische Versorgung ohne Studienintervention erhielt. Das Schmerzbewältigungstraining umfasste zwölf Wochen virtueller Einzelsitzungen unter der Leitung eines Trainers, in denen Bewältigungskompetenzen für chronische Schmerzen vermittelt, die Selbstwirksamkeit gestärkt und schmerzbedingte Schlafstörungen, Ängste und Stress reduziert werden sollten. Die Intervention umfasste Anleitung, Modellierung von Fertigkeiten, angeleitete Übungen und Erfahrungstraining. Auf die vom Coach geleiteten Sitzungen folgten zwölf Wochen lang automatisierte interaktive Voice-Response-Sitzungen zur Auffrischung der neu erworbenen Fähigkeiten. Möglicherweise ist eine kontinuierliche Verstärkung nötig Nach zwölf Wochen berichteten 51 Prozent der Teilnehmer in der Gruppe mit dem Schmerzbewältigungstraining über eine Verringerung der Schmerzstörung im Vergleich zu 37 Prozent in der Gruppe mit der üblichen Behandlung. Der Nutzen hielt während des gesamten 24-wöchigen Interventionszeitraums an. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen verringerte sich zwölf Wochen nach Ende der Intervention. Die Forscher gehen davon aus, dass Menschen, die ein Training zur Schmerzbewältigung erhalten, möglicherweise eine kontinuierliche Verstärkung benötigen, um einen zusätzlichen oder langfristigen Nutzen zu erzielen. Das Schmerzbewältigungstraining verbesserte auch die schmerzbezogenen Ergebnisse in Bezug auf Schmerzschwere, Depression, Angst, Lebensqualität und Schmerzkatastrophisierung. Die Studienergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass das Training von Schmerzbewältigungskompetenzen eine geeignete Alternative oder Ergänzung zu Schmerzmedikamenten sein kann. Obwohl die Wirkung des Schmerzbewältigungstrainings auf die Gesamtkohorte bescheiden war, sprechen die hohe Akzeptanz, Verträglichkeit und Sicherheit sowie die beobachteten Vorteile in Bezug auf Schmerzen, Angstzustände, Depressionen und Lebensqualität für weitere Forschungen zur Entwicklung nicht-pharmakologischer, nicht-invasiver Strategien für die Schmerzbehandlung in Dialysepatienten, betonen sie abschließend.
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