Dialysedosis und Behandlungshäufigkeit bei Heimhämodialyse: Neue Formel ist zuverlässig

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Mittlerweile wächst das Interesse an der Heimhämodialyse (HHD), die mit Low-Flux-Dialysatgeräten und variablen Behandlungsschemata durchgeführt wird. Eine neue Berechnungsformel kann dabei helfen.

Gemäß den KDOQI(Kidney Disease Outcomes Quality Initiative)-Leitlinien 2015 sollte der Zielwert für die Standard-Clearance-Dialysezeit/Verteilungsvolumen (stdKt/V) 2,3 Volumina/Woche betragen. Bei der Festlegung der Dialysedosis (eKt/V) und der Behandlungsfrequenz (TF) ist die aktuelle stdKt/V-Formel aber nicht hilfreich. Aus diesem Grund haben nun in einer aktuellen Studie italienische Wissenschaftler eine Formel erstellt, die die erforderlichen Mindestwerte für eKt/V und TF definiert, um die angestrebte stdKtV zu erreichen. Laut ihrer Aussage ist die neue Formel zuverlässig und kann klinisch tätigen Ärzten dabei helfen, eine geeignete Dialysedosis und die TF bei Patienten zu verschreiben, die sich einer HHD unterziehen.

Die Forschenden nahmen 38 prävalente Patienten mit HHD in ihre Studie auf. Insgesamt standen ihnen 231 klinische Datensätze für die Harnstoffmodellierung mit der Software Solute-Solver (SS) zur Verfügung, die in den KDOQI-Leitlinien empfohlen wird. Mithilfe der multivariablen Regressionsanalyse von stdKt/V gegenüber eKt/V und der Restharnstoff-Clearance der Niere (Kru) ermittelten die Experten eine neue Formel (stdKt/V = a+b×Kru+c×eKt/V). Die Werte der Koeffizienten a, b und c hängen von den Behandlungsschemata und dem Wochentag der Blutentnahme für die kinetische Studie ab und variieren dann für jede der 62 vorgesehenen Kombinationen. Aus praktischen Gründen verwendeten die Wissenschaftler nur 7 Kombinationen, wobei sie den Montag als Labortag der Woche für jeden der häufigsten Zeitpläne der 7 Wochentage annahmen.

Die mit SS erhaltenen stdKt/V-Werte verglichen sie mit den paarweise mit der Formel erhaltenen Werten. Die mittleren stdKt/V-Werte (± Standardabweichung), die mit SS und der Formel ermittelt wurden, betrugen 3,043 ± 0,530 bzw. 2,990 ± 0,553, mit einem 95 %-KI von 0,15 bis -0,26. Mithilfe der Formel erstellten sie ein „Verschreibungsdiagramm“, um die Beziehung zwischen Kru und dem erforderlichen eKt/V für jede TF auszudrücken. Anhand dieses Diagramms hätte die TF von den angegebenen 5,8 ± 0,8 auf 4,8 ± 0,8 wöchentliche Sitzungen reduziert werden können. (jh)