Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen17. Januar 2018 Foto: © PIC4U, Fotolia.com Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist die erste gemeinsame Studie aller zwölf klinischen Studienzentren an den Start gegangen. Ziel der Studie ist ein verbesserter Impfschutz bei Dialysepatienten. Die Studienzentrale an der Uniklinik Köln konnte jetzt am Dialysezentrum in Kronach die ersten 15 Patienten einschließen. Insgesamt werden deutschlandweit 884 Patienten teilnehmen. Fortgeschrittene Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Bei den betroffenen Dialyse-Patienten ist das Immunsystem geschwächt und die Infektionsanfälligkeit erhöht: Lungenentzündungen infolge von Pneumokokken zählen zu den häufigsten Todesursachen, obwohl die Patienten dagegen geimpft werden. Warum die Wirkung der Schutzimpfung bei dieser Patientengruppe vermindert ist, ist bisher ungeklärt. Die aktuelle multizentrische Beobachtungsstudie DOPPIO (Duration of protection from pneumonia after pneumococcal vaccination in hemodialysis patients) untersucht nun die Immunreaktion von Dialysepatienten. Ziel ist ein verbesserter, individualisierter Impfplan. In dieser Studie kooperieren die zwölf klinischen Studienzentren des DZIF mit dem „Qualität in der Nephrologie (QiN)“-Register des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation e.V. (KfH). Die Studienpatienten werden in 30 niedergelassenen Praxen des KfH eingeschlossen. Die DZIF-Studienzentren koordinieren die Analyse der gebildeten Antikörper und führen eine zweijährige Nachsorge zur Dokumentation von Lungenentzündungen durch. Die Uniklinik Köln kooperiert hierbei mit den Unikliniken in Bonn, Gießen, Hamburg, Heidelberg, Lübeck, Marburg, München (LMU und TU) und Tübingen sowie dem Forschungszentrum Borstel und der Medizinischen Hochschule Hannover. „Wir freuen uns über den Start der Studie und sind zuversichtlich, die Infektionsprophylaxe bei Dialysepatienten nachhaltig verbessern zu können“, erklärt der Infektiologe Prof. Oliver Cornely, Initiator und Leiter der Studie sowie Koordinator der DZIF-Studienzentrale in Köln. „DOPPIO wird das DZIF als einen exzellenten Forschungspartner für klinische Studien präsentieren.“ Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit circa 500 Wissenschaftler und Ärzte aus 35 Institutionen gemeinsam neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Ziel ist die sogenannte Translation: die schnelle, effektive Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Damit bereitet das DZIF den Weg für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente gegen Infektionen. Die Expertisen für die Planung und Durchführung klinischer Studien werden im DZIF in zwölf Studienzentren gebündelt. Zudem wird eine zentrale Plattform für die klinische Untersuchung von neu entwickelten Impfstoffen und Medikamenten aus dem DZIF angeboten. Die DZIF-Studienzentrale an der Uniklinik Köln unterstützt dabei die einzelnen Zentren und koordiniert die standardisierte Durchführung klinischer Studien.
Mehr erfahren zu: "Urin-Biomarker könnten Auswahl von Spendernieren verbessern" Urin-Biomarker könnten Auswahl von Spendernieren verbessern Eine Studie der Johns Hopkins University zeigt, dass die Kombination aus drei Urin-Biomarkern und dem etablierten Kidney Donor Profile Index (KDPI) die Prognose der langfristigen Transplantatfunktion verbessern kann. Dadurch könnten […]
Mehr erfahren zu: "IL-6-Antikörper senkt Entzündungsmarker bei chronischer Nierenerkrankung" Weiterlesen nach Anmeldung IL-6-Antikörper senkt Entzündungsmarker bei chronischer Nierenerkrankung Der IL-6-Antikörper Pacibekitug kann Entzündungsmarker bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und erhöhtem inflammatorischem Risiko anhaltend senken, wie aktuelle Daten andeuten. Ob dies auch kardiovaskuläre Ereignisse reduziert, sollen weitere Studien […]
Mehr erfahren zu: "Neue ESC-Leitlinie stärkt gemeinsame Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen" Neue ESC-Leitlinie stärkt gemeinsame Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen Erstmals hat die European Society of Cardiology (ESC) eine eigene Leitlinie zur gemeinsamen Versorgung von kardiovaskulären Erkrankungen und chronischer Nierenkrankheit (CKD) veröffentlicht. Die Leitlinie setzt auf eine frühere Erkennung der […]