Dialysezeit besser nutzen28. Juni 2019 Benefiz-Gala der Ursula-Rahman-Stiftung zugunsten der Kindernephrologie am Universitätsklinikum Bonn: (v. li) Renate Blumentrath und Anisur Rahman übergeben Prof. Bernd Hoppe einen Scheck in Höhe von 45.000 Euro; Foto: © Wolfgang Gellermann Dialysepflichtige Kinder und Jugendliche verbringen etwa 1.000 Stunden pro Jahr im Taxi und an der Dialyse. Unter dem Motto “Dialysezeit – verlorene Zeit oder Zeit besser nutzen?” setzt sich das Team der Kindernephrologie am Universitätsklinikum Bonn ein, diese Zeit für die jungen Betroffenen so sinnvoll wie möglich zu gestalten. Dank einer Benefiz-Gala der Ursula-Rahman-Stiftung zugunsten der Kindernephrologie am Universitätsklinikum Bonn kann sich das Dialyseteam jetzt über einen Scheck von 45.000 Euro freuen. Für viele Patienten ist die Dialysezeit eine verlorene Zeit. In der Schule, in der Freizeit ist was los und der Betroffene ist nicht dabei. Oft sind die Dialysepatienten nur untereinander befreundet, weil wichtige Aktivitäten in der Schule und in der Freizeit verpasst werden. „Damit die Zeit an der Dialyse für unsere jungen Patienten jedoch nicht verloren ist, wollen wir diese Lücke schließen und diese Zeit für sie abwechslungsreicher gestalten. Daher verschaffen wir ihnen die Möglichkeit Dinge zu tun, die sie sonst in der Freizeit machen“, sagt Prof. Dr. Hoppe, Leiter der Pädiatrischen Nephrologie am Universitätsklinikum Bonn. Dies sei auch wichtig, um die sozialen Kompetenzen der jungen Patienten wiederherzustellen. Das vielfältige Projekt „Dialysezeit“ umfasst Kunsttherapie und Musikunterricht sowie Deutschkurse für Flüchtlingskinder. Außerdem wird ein Restaurantprojekt und ein Sportprojekt unterstützt sowie das von den Kindern selbst gemachte internetbasierte Fernsehen nephro.tv (www.nephro.tv). Und auch die Klinikclowns kommen zu Besuch. „Fahrradfahren“ während der Dialyse „Fahrradfahren sollte zum festen Bestandteil jeder Dialyse gehören“, sagt Prof. Hoppe. Denn in einer Pilotstudie – unterstützt von dem Verein „Renniere“ und mit Hilfe des Institutes für Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule – sowie später auch in einer DFG finanzierten Multicenterstudie konnte die Kindernephrologie am Universitätsklinikum Bonn nachweisen, dass individuell angepasstes Fahrradergometertraining für 30-40 Minuten in den ersten zwei Stunden der Dialyse, die Leistungsfähigkeit und auch Lebensqualität deutlich verbesserte. „Dadurch vertragen unsere Patienten die Dialyse besser und sie sind danach auch noch fit genug, um zum Beispiel Sport im Verein zu betreiben“, sagt Prof. Hoppe. „Schlemmen“ während der Dialyse „Alle Angebote werden von unseren Patienten gerne angenommen, aber das Restaurantprojekt erfreut sich besonderer Beliebtheit“, sagt Prof. Hoppe, der das Projekt „Dialysezeit“ leitet. „Denn bei der Dialyse können die Kinder ganz normal essen und nicht auf eine strenge ‚Nierendiät’ achten, was für sie natürlich eine ganz besondere Sache ist.“ Zweimal in der Woche können sich die Kinder und Jugendlichen für die Dialyse von der Speisekarte eines Bonner Restaurants ein Mittagessen aussuchen. Zur Frühdialyse am Samstag liefert ein Bonner Metzger belegte Brötchen. Um dieses erfolgreiche Projekt auch in Zukunft fortzuführen, ist die Kindernephrologie am Universitätsklinikum Bonn auf Hilfen angewiesen. Daher freuen sich das Dialyseteam rund um Prof. Hoppe sowie der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Holzgreve sehr über den Erlös der Benefiz-Gala der Ursula-Rahman-Stiftung und danken dem Gastgeber Anisur Rahman, CEO der Stiftung, und der Repräsentantin der Stiftung Renate Blumentrath. Unter dem Motto. „Für Bildung und eine bessere Welt“ unterstützt die Stiftung Kinder, die aufgrund von Armut oder körperlicher Erkrankung eine Förderung brauchen. „Dank der großzügigen Spende von 45.000 Euro ist der Erhalt unseres Projektes ‘Dialysezeit’ für die nächsten zweieinhalb Jahre gesichert“, sagt Prof. Hoppe.
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