Die Kraft des Lichts in der medizinischen Forschung – Ein Chip, der Leben retten kann23. Mai 2019 Foto: © DOC RABE Media – Adobe Stock Eine Sepsis endet schnell tödlich. Doch sie wird oft zu spät erkannt. Ein Jenaer Wissenschaftlerteam hat ein Diagnoseverfahren erforscht, das Patienten künftig sehr viel schneller zur richtigen Behandlung verhelfen und damit Leben retten könnte. Einem Jenaer Forscherteam ist nun ein Durchbruch gelungen, der die Diagnose lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten mit der Kraft des Lichts revolutionieren könnte. “Eine potentiell lebensrettende Entwicklung”, urteilt Prof. Michael Bauer, der am Uniklinikum Jena die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet. Nicht nur für den einzelnen Patienten: Das zuletzt mit mehreren hochrangigen Forschungspreisen ausgezeichnete Verfahren ermöglicht es Ärzten, Infektionen zielgenau zu therapieren und leistet so einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen resistente Keime – einer Gefahr für Menschen weltweit. Die Lösung der Forscher vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena verkürzt die Zeit bis zur richtigen Diagnose drastisch. In drei Stunden statt bis zu drei Tagen liefert der laserbasierte Test Ärzten die entscheidenden Informationen, um mit der optimalen Behandlung zu starten. Die Methode ist nicht nur schnell, sondern auch kostengünstig und universell einsetzbar: ein Chip, der ein Labor ersetzt. Wenige Tropfen einer Patientenprobe genügen und Ärzte können einfach ablesen: Welches Bakterium ist der Auslöser der Infektion und gegen welche Antibiotika ist es resistent. “Die Jenaer Entwicklung könnte helfen, uns aus der Resistenz-Misere zu befreien”, urteilt der Intensivmediziner Michael Bauer. “In drei bis fünf Jahren wollen wir das Verfahren am Markt haben”, sagt Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-IPHT. Dort arbeitet das Forscherteam bereits an einem tragbaren System. “Unser Ansporn ist es, Ärzten ein Mittel an die Hand zu geben, das sie dort einsetzen können, wo es am meisten gebraucht wird: in der patientennahen Diagnostik”, so Popp. So könnte der Schnelltest auch Ärzten auf dem Land, wo keine Klinik und kein Speziallabor in der Nähe ist, zu einer präzisen Diagnose und ihren Patienten zu einer passenden Behandlung verhelfen.
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Organspende in Deutschland: Leichter Anstieg, weiterhin großer Bedarf" Organspende in Deutschland: Leichter Anstieg, weiterhin großer Bedarf In Deutschland ist die Zahl der Organspenden in den ersten neun Monaten des Jahres leicht gestiegen. Dies geht aus Zahlen hervor, welche die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) bei ihrem Jahreskongress […]
Mehr erfahren zu: "Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte" Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte Die Zahl der MVZ-Betriebsstätten ist zwischen 2017 und 2020 um 35 Prozent gestiegen und die Trägerarten unterscheiden sich je nach Region deutlich. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Analyse.