Die Verwendung von SGLT-2-Inhibitoren ist im Allgemeinen sicher

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Eine aktuelle Metaanalyse aus Taiwan hat das Auftreten verschiedener unerwünschter Ereignisse (UE) im Zusammenhang mit SGLT-2i bei Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen untersucht.

SGLT-2i sind Erstlinien-Antidiabetika, bei denen die Studienlage kardiovaskuläre Vorteile aufgezeigt hat. Frühere Metaanalysen haben UE im Zusammenhang mit diesen Medikamenten bereits untersucht; dieses Wissen muss allerdings aktualisiert werden. Das Auftreten verschiedener UE bei Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen ist zudem unbekannt.

Die Wissenschaftler führten eine quantitative Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) durch, die aus den MEDLINE- und EMBASE-Datenbanken abgerufen wurden, zudem wurde die Cochrane-Bibliothek am 31.01.2021 durchsucht. Die relevanten Ergebnisse umfassten 4 allgemeine UEs und 12 spezifizierte UEs. Weitere Analysen wurden an verschiedenen Subgruppen durchgeführt. Folgende Gruppen wurden gebildet: Diabetes mellitus, atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung (ASCVD), chronische Nierenerkrankung und kongestive Herzinsuffizienz, zudem wurde eine Einteilung nach der Dosierung von SGLT-2i (hohe vs. niedrige Dosis) vorgenommen.

In die Analyse wurden 10 geeignete Studien mit insgesamt 71.553 Teilnehmern einbezogen. Die Metaanalyse zeigte, dass SGLT-2i zu erhöhten Risiken für Genitalinfektionen (RR 3,56, 95 %-KI 2,84–4,46), Harnwegsinfektionen (RR 1,06, 95 %-KI 1,00–1,12), Diabetische Ketoazidose (RR 2,23, 95% CI 1,36–3,63) und Hypovolämie (RR 1,14, 95%-KI 1,06–1,23) führten. Die Anwendung von SGLT-2i war jedoch mit einem verringerten Risiko für schwerwiegende UEs (RR 0,92, 95 %-KI 0,90–0,94), akute Nierenschädigung (AKI) (RR 0,84, 95 %-KI 0,77–0,91) und Hyperkaliämie (RR 0,84, 95 %-KI 0,72–0,99). Das Amputationsrisiko war innerhalb der verschiedenen Untergruppen bei Patienten mit ASCVD höher als bei Patienten ohne ASCVD (RR 1,44 vs. 0,96, p=0,066).

Fazit

Die Verwendung von SGLT2i ist im Allgemeinen sicher, kann aber mit einem erhöhten Risiko für Genitalinfektionen assoziiert sein. Sie schützen aber vor AKI. Das Amputationsrisiko war bei Patienten mit ASCVD höher.
Zur sicheren Anwendung von SGLT-2i empfehlen die Autoren die Identifizierung von Hochrisikopopulationen sowie eine engmaschige Nachbetreuung. (rl)I

Autoren: Lin DS et al.
Korrespondenz: Jen-Kuang Lee; [email protected]
Studie: Clinical Adverse Events Associated with Sodium-Glucose Cotransporter 2 Inhibitors: A Meta-Analysis Involving 10 Randomized Clinical Trials and 71 553 Individuals
Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2021 Jun 16;106(7):2133–2145.
Web: doi:10.1210/clinem/dgab274.