Die Verwendung von SGLT-2-Inhibitoren ist im Allgemeinen sicher12. August 2021 ©wladimir1804 – stock.adobe.com Eine aktuelle Metaanalyse aus Taiwan hat das Auftreten verschiedener unerwünschter Ereignisse (UE) im Zusammenhang mit SGLT-2i bei Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen untersucht. SGLT-2i sind Erstlinien-Antidiabetika, bei denen die Studienlage kardiovaskuläre Vorteile aufgezeigt hat. Frühere Metaanalysen haben UE im Zusammenhang mit diesen Medikamenten bereits untersucht; dieses Wissen muss allerdings aktualisiert werden. Das Auftreten verschiedener UE bei Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen ist zudem unbekannt.Die Wissenschaftler führten eine quantitative Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) durch, die aus den MEDLINE- und EMBASE-Datenbanken abgerufen wurden, zudem wurde die Cochrane-Bibliothek am 31.01.2021 durchsucht. Die relevanten Ergebnisse umfassten 4 allgemeine UEs und 12 spezifizierte UEs. Weitere Analysen wurden an verschiedenen Subgruppen durchgeführt. Folgende Gruppen wurden gebildet: Diabetes mellitus, atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung (ASCVD), chronische Nierenerkrankung und kongestive Herzinsuffizienz, zudem wurde eine Einteilung nach der Dosierung von SGLT-2i (hohe vs. niedrige Dosis) vorgenommen.In die Analyse wurden 10 geeignete Studien mit insgesamt 71.553 Teilnehmern einbezogen. Die Metaanalyse zeigte, dass SGLT-2i zu erhöhten Risiken für Genitalinfektionen (RR 3,56, 95 %-KI 2,84–4,46), Harnwegsinfektionen (RR 1,06, 95 %-KI 1,00–1,12), Diabetische Ketoazidose (RR 2,23, 95% CI 1,36–3,63) und Hypovolämie (RR 1,14, 95%-KI 1,06–1,23) führten. Die Anwendung von SGLT-2i war jedoch mit einem verringerten Risiko für schwerwiegende UEs (RR 0,92, 95 %-KI 0,90–0,94), akute Nierenschädigung (AKI) (RR 0,84, 95 %-KI 0,77–0,91) und Hyperkaliämie (RR 0,84, 95 %-KI 0,72–0,99). Das Amputationsrisiko war innerhalb der verschiedenen Untergruppen bei Patienten mit ASCVD höher als bei Patienten ohne ASCVD (RR 1,44 vs. 0,96, p=0,066). FazitDie Verwendung von SGLT2i ist im Allgemeinen sicher, kann aber mit einem erhöhten Risiko für Genitalinfektionen assoziiert sein. Sie schützen aber vor AKI. Das Amputationsrisiko war bei Patienten mit ASCVD höher.Zur sicheren Anwendung von SGLT-2i empfehlen die Autoren die Identifizierung von Hochrisikopopulationen sowie eine engmaschige Nachbetreuung. (rl)I Autoren: Lin DS et al.Korrespondenz: Jen-Kuang Lee; [email protected]Studie: Clinical Adverse Events Associated with Sodium-Glucose Cotransporter 2 Inhibitors: A Meta-Analysis Involving 10 Randomized Clinical Trials and 71 553 IndividualsQuelle: J Clin Endocrinol Metab 2021 Jun 16;106(7):2133–2145.Web: doi:10.1210/clinem/dgab274.
Mehr erfahren zu: "Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen" Weiterlesen nach Anmeldung Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen Eine Gentherapie kombiniert mit einer Spezialbrille kann Menschen mit Retinitis pigmentosa, einer schweren erblichen Netzhauterkrankung helfen, wieder einfache visuelle Eindrücke wahrzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt" Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt Der Medizin-Nobelpreis würdigt in diesem Jahr die Entwicklung der Optogenetik. Auch in Bonn wird diese Methode eingesetzt, um menschliche Netzhautzellen zu erforschen und neue Ansätze für die Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen […]
Mehr erfahren zu: "Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher" Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher Für ihre Forschung zur gezielten Veränderung von Zellen erhalten ein Berliner und ein Würzburger Forscher sowie ein US-Amerikaner den diesjährigen Nobelpreis für Medizin/Physiologie.