Differenziertes Schilddrüsenkarzinom bei Kindern: Gutes Überleben, aber mit Komplikationen10. Januar 2017 Goldenes Band: Children cancer awareness. © Africa Studio – fotolia.com Eine landesweite Follow-up-Studie in den Niederlanden zeigt bei pädiatrischen Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom ein exzellentes Überleben. Die behandlungsbezogene Morbidität zu minimieren, müsse deshalb die Priorität sein, schreiben die Autoren. Denn die Studie zeigt auch, dass häufig postoperative Komplikationen auftreten, die lebenslang bestehen bleiben. Die Untersuchung umfasst die Präsentation, Komplikationen und Outcomes von pädiatrischen Patienten (≤18 Jahre) mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom, die von 1970–2013 in den Niederlanden behandelt wurden. Insgesamt wurden 170 Patienten identifiziert. Das Gesamtüberleben lag bei 99,4 % nach einem medianen Follow-up von 13,5 Jahren (Spanne von 0,3–44,7 Jahren). Für 105 Patienten (83,8 % Frauen) standen extensive Nachbeobachtungsdaten zur Verfügung. Sie wurden in 39 Krankenhäusern behandelt. Das mediane Alter bei Diagnose betrug 15,6 Jahre (Spanne 5,8–18,9 Jahre). Bei der initialen Diagnose wiesen 43,8 % der Patienten zervikale Lymphknotenmetastasen auf; 13,3 % hatten Fernmetastasen. Alle Patienten unterzogen sich einer totalen Schilddrüsenresektion. 97,1 % erhielten eine Radiojodtherapie, die mediane kumulative Aktivität betrug 5,66 GBq (Spanne 0,74-35,15 GBq). Bei 32,4 % der Patienten bestanden lebenslang postoperative Komplikationen (permanenter Hyperparathyreoidismus und/oder Schädigung des Larynxnervs). Bei der letzten Nachuntersuchung persistierte die Erkrankung bei 8,6 % der Patienten und 7,6 % erlitten ein Rezidiv. TSH-Suppression war nicht mit Rezidiven assoziiert (OR 2,0; p=0,152). Autoren: Klein Hesselink MS et al. Korrespondenz: Department of Endocrinology, University of Groningen, University Medical Center Groningen, Niederlande Studie: Pediatric Differentiated Thyroid Carcinoma in The Netherlands: A Nationwide Follow-Up Study Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2016 May;101(5):2031–2039. Web: press.endocrine.org/journal/jcem
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