DKG: Medizin wird immer weiblicher7. März 2024 Henriette Neumeyer ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Leiterin des Geschäftsbereichs „Krankenhauspersonal und Politik“. Foto: DKG/Lopata „Immer mehr Frauen werden Ärztin in einem deutschen Krankenhaus”, betont die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Prof. Henriette Neumeyer, zum Internationalen Frauentag am 8. März. Der Frauenanteil am gesamten medizinischen Personal lag Neumeyer zufolge im Jahr 2002 noch bei knapp 35 Prozent. 20 Jahre später war mit 47,1 Prozent schon fast Parität erreicht. Das Geschlechterverhältnis unter den Ärztinnen und Ärzten werde sich in absehbarer Zeit sogar komplett drehen. 73,2 Prozent der Medizin-Erstsemester waren 2021 Studentinnen, im selben Jahr waren 71 Prozent der Absolventinnen und Absolventen weiblich. “Trotzdem bleibt noch viel zu tun. Zu viele Karrierewege von Ärztinnen werden in der Schwangerschaft und frühen Mutterzeit nachhaltig unterbrochen, viel mehr Ärztinnen arbeiten in Teilzeit als ihre männlichen Kollegen. Auch der Chefarzt ist im Gegensatz zur Chefärztin noch immer die Regel”, so Neumeyer. Pflege weiter Frauenberuf Gleichstellung im Krankenhaus sei allerdings nicht auf Frauen beschränkt. Die Geschlechterverhältnisse in der Pflege ändern sich nur sehr schleppend, wie sie herausstellt: Waren 2002 noch 14,6 Prozent der Krankenpflegekräfte männlich, lag ihr Anteil auch 2022 noch bei gerade 17,6 Prozent. Noch drastischer zeigt sich der „Frauenberuf“ bei den Hebammen. Hier stieg der Anteil der männlichen Hebammen in 20 Jahren von 0,2 auf 0,4 Prozent. “Attraktive Rahmenbedingungen helfen bei der Umsetzung der Gleichstellungsziele. Dazu zählt die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie”, erklärt Neumeyer. “Modelle, wie der geteilte Chefärzt’innen-Posten können hier Lösungen bieten. In wenigen Jahren wird der Anteil der Ärztinnen in deutschen Krankenhäusern bei zwei Dritteln liegen. Darauf müssen sich die Kliniken einstellen.“ Der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß, ergänzt: „Geschlechtergemischte Führungsteams sind erfolgreicher, das belegen Studien, das wissen wir aber auch aus unserer Praxiserfahrung im Krankenhausmanagement. Der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven hilft bei der Strategieentwicklung genauso wie bei konkreten Problemlösungen.“ Gaß hat selbst über 13 Jahre als Geschäftsführer im Krankenhausmanagement Verantwortung getragen. (DKG/ms)
Mehr erfahren zu: "Risiko für Typ-2-Diabetes: Testosteron hilft nur in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen" Risiko für Typ-2-Diabetes: Testosteron hilft nur in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen Eine Testosterontherapie kann bei älteren Männern mit hohem Risiko für einen Typ-2-Diabetes die Körperzusammensetzung, den Glukosestoffwechsel und das sexuelle Verlangen verbessern. Einen gesunden Lebensstil ersetzt sie jedoch nicht, wie aktuelle […]
Mehr erfahren zu: "Sparpaket soll noch größer werden" Sparpaket soll noch größer werden Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?
Mehr erfahren zu: "Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird" Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird Das britische National Screening Committee (UK NSC) hat sich gegen ein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening ausgesprochen und die Regierung hat die Empfehlung akzeptiert. Nur bei einer eng begrenzten Risikogruppe sieht das Komitee […]