DMKG startet deutschlandweites Kopfschmerzregister13. August 2020 Foto: ©Damir Khabirov – stock.adobe.com Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit ist Anfang August das Kopfschmerzregister der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) gestartet. Ziel des Projektes unter Leitung von PD Dr. Ruth Ruscheweyh aus München ist es, die klinische Versorgung von KopfschmerzpatientInnen zu verbessern. Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen betreffen Millionen Menschen und führen oft zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf. Obwohl es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, kommen diese nicht allen PatientInnen gleichermaßen zugute. Diese Lücken in der Versorgung zu erkennen und sie zu schließen, hat sich die DMKG zur Aufgabe gemacht. Versorgungsqualität durch digitale Daten verbessern Im Zentrum des Registers steht ein Internetportal, das ÄrztInnen und PatientInnen miteinander verbindet. Teilnehmende Praxen und Kliniken laden ihre PatientInnen ein, dieses Portal zu nutzen. Es erfasst systematisch die Informationen, die für die Behandlung von KopfschmerzpatientInnen benötigt werden, z. B. Kopfschmerzhäufigkeit und -intensität, Medikation, bisherige Diagnostik und Vorerkrankungen. Die zugehörige DMKG-App funktioniert als Kopfschmerzkalender. Diese Daten können die behandelnden ÄrztInnen einsehen und die Therapie daran ausrichten. Gleichzeitig entsteht so eine anonymisierte, deutschlandweite Datenbank, die für wissenschaftliche Auswertungen genutzt wird. PD Dr. Ruth Ruscheweyh aus der Neurologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht in dem Projekt eine große Chance: „Klar ist, dass die Behandlung von Kopfschmerzen verbessert werden kann und muss. Es gibt bisher viel zu wenig Daten zur Versorgungsqualität von KopfschmerzpatientInnen in Deutschland.“ Zunächst kann jedes zertifizierte ärztliche DMKG-Mitglied seine Praxis oder sein Zentrum zur Teilnahme anmelden. Die aktuelle Version ist für PatientInnen mit Migräne, Spannungskopfschmerz und/oder Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch konzipiert. Andere Module werden im Verlauf ergänzt, eine Öffnung für weitere Nutzerkreise ist geplant. PD Dr. Tim Jürgens, Präsident der DMKG, unterstreicht: „Die technische Plattform des Registers ermöglicht es uns als wissenschaftliche Fachgesellschaft erstmals, eigenständige praxisnahe Versorgungsforschung zu betreiben.“ Das Kopfschmerzregister ist als Medizinprodukt der Klasse I CE-zertifiziert und beim Deutschen Register Klinischer Studien registriert (DRKS00021081). Die Anschubfinanzierung erfolgte über Eigenmittel der DMKG. Finanzielle Unterstützung besteht durch die Partnerfirmen Lilly Deutschland, Novartis und Teva. Umsetzungspartner sind das Institut für Informationssysteme (iisys) der Hochschule Hof sowie die IT-Firma smartlytic. Die Datenhoheit liegt alleine bei der DMKG.
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