DMP zu Adipositas geplant: Betroffene qualitätsgesichert begleiten16. November 2021 © Peakstock – stock.adobe.com (Symbolbild) Übergewicht und Adipositas zählen zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Hierzulande bringen etwa zwei Drittel der Bevölkerung zu viel Gewicht auf die Waage, circa ein Viertel ist sogar von Adipositas betroffen. Menschen mit dieser Erkrankung entwickeln sechs- bis zehnmal häufiger einen Diabetes Typ 2 als jene mit Normalgewicht. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V. (VDBD) begrüßt daher den Einstieg des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in die Detailarbeit zum strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm, DMP) Adipositas und befürwortet dabei insbesondere das Hervorheben qualitätsgesicherter Schulungsangebote. Bei der Ausgestaltung und Umsetzung des künftigen DMP Adipositas könne man bereits bestehende Strukturen und Expertisen aus dem DMP Diabetes Typ 2 nutzen. In dem geplanten DMP Adipositas sollen verschiedene therapeutische Ansätze für eine bestmögliche Versorgung kombiniert werden: Ziel ist es, die Patienten mit Adipositas leitliniengerecht zu behandeln und sie im Umgang mit der Erkrankung zu unterstützen. In einem strukturierten Behandlungsprogramm können Betroffene qualitätsgesichert, leitliniengerecht, multiprofessionell und multimodal versorgt werden. „In der Versorgung von Menschen mit Diabetes sind strukturierte und qualitätsgesicherte Patientenschulungen seit langem als fester Bestandteil der Therapie etabliert, denn die Behandlung im Alltag findet im Wesentlichen durch die Betroffenen selbst statt“, erklärt Dr. Gottlobe Fabisch, Geschäftsführerin des VDBD. Wissensvermittlung sei dabei nur ein Teil solcher Schulungen. „Der Fokus liegt auf ‚Empowerment‘ und damit dem Training- und Coaching-Aspekt“, betont Fabisch. Die Schulungskräfte vermitteln Betroffenen zudem praxisnahe Kenntnisse, etwa mithilfe von interaktiven Übungen und relevanten Beispielen für den Alltag. Die Wirksamkeit von Diabetesschulungen ist durch Studien belegt. Vor diesem Hintergrund unterstützt der VDBD daher die Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), bei der Ausgestaltung und Umsetzung des künftigen DMP Adipositas bestehende Strukturen und Expertisen aus dem DMP Diabetes Typ 2 zu nutzen und bietet hierzu seine langjährigen Erfahrungen und Kompetenzen an, die aus der Kooperation mit interdisziplinären Teams und transsektoralen Behandlungsstrukturen im DMP Diabetes Typ 2 resultieren: „Diabetesberater und Diabetesassistenten sind qualifizierte Beratungs- und Schulungskräfte, die Menschen mit Diabetes patienten- und bedürfnisorientiert sowie nach aktuellen wissenschaftlichen Standards und Leitlinien beraten, schulen und begleiten“, argumentiert VDBD-Vorsitzende Dr. rer. medic. Nicola Haller. Da bereits auch rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland als übergewichtig oder adipös gelten, ist es aus Sicht des VDBD umso wichtiger, bereits in dieser Lebensphase anzusetzen und das neue DMP Adipositas auch im pädiatrischen Bereich anzuwenden. Für eine erfolgreiche Umsetzung und Nutzung des künftigen DMP Adipositas fordert der VDBD darüber hinaus eine adäquate Finanzierung der erbrachten Leistungen, wie es bei den DMP Diabetes Typ 1 und Typ 2 der Fall ist. Die detaillierten Anforderungen an das DMP Adipositas wird der G-BA bis zum 31. Juli 2023 beschließen. Quelle: Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e. V.
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