DPG fürchtet Einbruch der Spendenbereitschaft

Bei der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) sollen Spendengelder in großem Umfang veruntreut worden sein. (Foto: © vegefox.com – stock.adobe.com)

Nach Berichten über die mutmaßliche Veruntreuung von Spendengeldern durch den ehemaligen Geschäftsführer der Deutschen Parkinson Vereinigung e. V. (dPV) weisen die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) und die Parkinson-Stiftung darauf hin, dass es keine administrativen oder wirtschaftlichen Verbindungen zur dPV gibt. Sie fürchten einen finanziellen Rückschlag für die Forschung.

„Wir begrüßen aber ausdrücklich den klaren Willen der aktuellen Geschäftsführung der dPV und deren aktiven Beitrag zur Aufklärung der Vorgänge“, erklärte Prof. Joseph Claßen, Leipzig, Erster Vorsitzender der DPG. Die Unterstützung von Patientinnen und Patienten durch schlagkräftige Organisationen sei nach wie vor von großer Bedeutung. DPG sowie die Parkinson-Stiftung widmen sich in erster Linie der Forschungsförderung.

„Es wäre ein großer Rückschlag, sollten die für die Parkinson-Forschung so wichtigen Spenden und Nachlässe aufgrund des aktuellen Falles ausbleiben“, betonte Prof. Jens Volkmann, Würzburg, Erster Vorsitzender der Parkinson-Stiftung. Allein in Deutschland sind bis zu 400.000 Menschen von der Parkinson-Erkrankung betroffen.

Untreuevorwürfe gegen Ex-Geschäftsführer der Parkinson-Vereinigung

Wie der „Westdeutsche Rundfunk“ (WDR) vergangene Woche berichtete, soll der ehemalige Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Mehrhoff über Jahre hinweg Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Seit Juni ist er im Ruhestand.

Die neue Geschäftsführung der dPV wirft ihrem Vorgänger vor, mehr als 1,8 Millionen Euro, die vor allem aus Erbschaften stammten, heimlich auf ein Schattenkonto geleitet und dann über Jahre hinweg am Bankschalter oder am Geldautomaten abgehoben zu haben. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass das Bargeld für die Zwecke der dPV verwendet wurde. So erklärte es nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ ein mit der Aufarbeitung des Falls beauftragter Rechtsanwalt auf einer nichtöffentlichen Versammlung der Parkinson-Vereinigung. Das Rechercheteam konnte auch Belege einsehen, auf die sich der Verdacht der dPV stützt. Der Ex-Geschäftsführer hat auf eine Anfrage bislang nicht reagiert.

Die Unregelmäßigkeiten sollen dem neuen dPV-Vorstand aufgefallen sein und wurden durch eine externe Rechtsanwaltskanzlei untersucht. Der dPV-Vorstand erklärte, Strafanzeige stellen zu wollen.

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Quellen WDR Westdeutscher RundfunkDeutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG)