DSG: Rechtzeitige Behandlung von Schlaganfallpatienten gefährdet8. Dezember 2021 Beim akuten Schlaganfall gilt: Time is brain. Durch die angespannte Versorgungslage in den Kliniken kann es allerdings zu Verzögerungen bei der Behandlung kommen. (Foto: ©Thaut Images – stock.adobe.com) Angesichts der vierten Corona-Welle warnt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft vor Problemen in der Schlaganfallbehandlung: Auf Spezialstationen stehen zu wenige Betten zur Verfügung, Therapien werden zu spät eingeleitet. Selbst schwer erkrankte Schlaganfall-Patienten können aufgrund der angespannten Situationen in Krankenhäusern momentan manchmal nicht adäquat behandelt werden – so die Einschätzung von Experten der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Teilweise werden sogar Betten auf Stroke Units für die Behandlung von COVID-19-Patienten zur Verfügung gestellt. Notwendige Schlaganfall-Therapien – etwa die Thrombektomie und die Lysetherapie – können manchmal nicht schnell genug durchgeführt werden. Die DSG warnt deshalb: „Eine einzige Sekunde Verzögerung zwischen Aufnahme des Patienten und Behandlungsbeginn kostet 2,2 Stunden gesunde Lebenszeit. Eine Stunde Verzögerung bis zur Wiedereröffnung des verstopften Gefäßes bedeutet in etwa den Verlust von einem Jahr gesunder Lebenszeit“, erklärt Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. So habe eine Untersuchung in Großbritannien ergeben, dass es Schlaganfallpatienten, die während der ersten Welle der Pandemie ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, im Vergleich zu Schlaganfallpatienten vor der Coronapandemie nach 30 Tagen in jeder Hinsicht schlechter ging. Demzufolge scheint die Sterblichkeit von Schlaganfall-Patienten im Krankenhaus während der Pandemie also erhöht zu sein, folgert die Fachgesellschaft. „Menschen, die schon einmal einen Schlaganfall erlitten haben, gehören zu den Risikogruppen bei einer Coronainfektion“, warnt Schäbitz vom Evangelischen Klinikum Bethel. „Oft haben sie einen besonders schweren Krankheitsverlauf.“ Außerdem erhöht die Infektion mit COVID-19 internationalen Studien zufolge das Risiko für einen Schlaganfall, weil die Blutgerinnung durch die Virusinfektion aktiviert wird. „Deshalb ist eine Impfung – auch die Booster-Impfung – für Menschen mit einem erlittenen Schlaganfall dringend notwendig und möglicherweise lebensrettend“, betont Prof. Helmuth Steinmetz, der 1. Vorsitzende der DSG. „Sie haben wegen des Schlaganfalls selbst in der Regel kein erhöhtes Risiko für Impfnebenwirkungen.“ Die DSG rät noch einmal nachdrücklich allen Menschen und besonders Schlaganfall-Patienten, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen.
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