DZL Annual Meeting: „Treiber der translationalen Lungenforschung“

Rund 700 Mitglieder des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) kamen vom 9. bis 11. Juni 2026 zum 14. DZL Annual Meeting in Wiesbaden zusammen. (Quelle: Jan Bema/Zeitrausch; Copyright: DZL

Im Mittelpunkt des 14. Annual Meeting des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) standen aktuelle Entwicklungen der translationalen Lungenforschung und die Vorbereitung der Förderphase DZL 5.0.

Rund 700 Teilnehmende waren vom 9. bis 11. Juni in Wiesbaden zusammengekommen. Das diesjährige DZL Annual Meeting stand ganz im Zeichen der bevorstehenden externen Evaluation des DZL. Derzeit arbeitet das Netzwerk intensiv an den Perspektiven für die nächste Förderphase 2028–2031, die unter dem Titel DZL 5.0 vorbereitet wird.

Prof. Werner Seeger, Vorstandsvorsitzender und Sprecher des DZL, betonte in seiner Chairman’s Address im Rahmen des Festabends, dass sich das DZL als „international sichtbarer Treiber der translationalen Lungenforschung etabliert“ habe. Dabei berief er sich auf mehr als 1000 wissenschaftlichen Publikationen von DZL-Vertretern pro Jahr, auf mehr als 500 klinische Studien mit DZL-Beteiligung seit 2021, auf 109 nationale und internationale Leitlinien sowie deutliche Fortschritten beim Technologietransfer mit 50 Patenten und fünf Ausgründungen seit 2022.

Werner Seeger
(Foto: © JLU/
Rolf K. Wegst)

Transfer der Forschung in die Anwendung

Besonders hob Seeger den erfolgreichen Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung hervor – von First-in-Man-Studien und neuartigen Therapiekonzepten bis hin zu konkreten Innovationen mit direktem Nutzen für Patienten.

Zugleich skizzierte Seeger die strategische Weiterentwicklung des Netzwerkes. Künftig werde sich das DZL noch stärker für herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerhalb der DZL-Standorte öffnen und dadurch seine deutschlandweite Vernetzung weiter ausbauen. Darüber hinaus betonte er die zukünftige Ausrichtung des Zentrums auf lebensspannenübergreifende Präventionskonzepte („Deep Prevention“), regenerative Ansätze zur Wiederherstellung der Lungenfunktion sowie den Ausbau von KI-gestützter und datengetriebener Forschung im Bereich Digital Medicine und Virtual Lung.

Freiheit der Wissenschaft schützen

Ein weiteres wichtiges Thema Seegers: das Bekenntnis zu freier Wissenschaft, wissenschaftlicher Integrität und Demokratie. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Vorstandsvorsitzende und Sprecher des DZL auf die zunehmenden Bedrohungen dieser Werte hingewiesen. Ein Jahr später müsse man feststellen, dass sich die Situation vielerorts nicht verbessert habe, erklärte Seeger nun. Umso bedeutsamer sei es, sich bewusst zu machen, dass die Atmosphäre wissenschaftlicher Freiheit und Integrität, in der das DZL zusammenkomme, keine Selbstverständlichkeit sei.

Seeger appellierte an die internationale Wissenschaftsgemeinschaft, sich aktiv für freie Wissenschaft, freie Meinungsäußerung und wissenschaftliche Integrität einzusetzen, Fake News entgegenzutreten und Solidarität mit denjenigen zu zeigen, deren wissenschaftliche Freiheit bedroht ist. Den Kern seiner Botschaft: „Science is more than a profession – it is an attitude. An attitude to stand up for integrity, for freedom of science, for democracy.“