Editorial Juni 201712. Juni 2017 Foto: Dr. Hans Biermann © Dagmara Jakubczak Liebe Leserinnen und Leser, Allgemeinärzte, Praktiker und Internisten (API) sind nicht nur die größte Arztgruppe im deutschen Gesundheitswesen. Sie sind auch das Rückgrat der medizinischen Versorgung in diesem Lande. Natürlich ist das Verhältnis zwischen Praktikern und Fachärzten ein latent gespanntes. Die Konfliktflächen zwischen beiden Gruppen sind mannigfaltig. Es geht dabei nicht nur um die leidigen Honorarfragen, über Jahrzehnte der wichtigste Streitpunkt in allen Auseinandersetzungen zwischen Allgemein- und Fachärzten. Was aber bei allem Ringen um Verteilungsschlüssel und Einfluss alle Ärzte in Niederlassung und Klinik eint, ist das Bedürfnis nach zeitgerechter, aktueller und neutraler Information über das, was im medizinischen Fortschritt relevant ist. Der Allgemeinarzt und Praktiker will einen Überblick über das, was sich tut. Denn das, was sich draußen tut, ist immer auch das Thema im Gespräch zwischen dem Arzt und seinem Patienten. Dabei stellt das Informationsbedürfnis des Patienten den Arzt heute vor viel höhere Anforderungen als noch vor zehn Jahren. Der Patient steht seinem Arzt heute als außerordentlich informierter und kritischer Gesprächspartner gegenüber, und der Arzt tut gut daran, die informationsbasierten Ansprüche seines Patienten ernst zu nehmen. Das „Kompakt Allgemeinmedizin“, dessen erste Ausgabe Sie gerade lesen, will dem allgemeinärztlichen Informationsbedürfnis Rechnung tragen. Aber als erstes Medium seiner Art wird es nicht mehr in gedruckter Form erscheinen, sondern ausschließlich digital. Es gibt eine formidable Phalanx von allgemeinärztlichen Blättern in Deutschland. Aber gerade bei der riesigen Zielgruppengröße von mehr als 50.000 Ärzten wiegen die Nachteile der gedruckten Fassung schwer. Eine typische medizinische Fachzeitschrift für Praktiker und Allgemeinmediziner wiegt in einer Auflage von 52.000 Exemplaren rund sechzehn Tonnen. Erscheint sie vierzehntägig, so sind dies 406 Tonnen Papier, die sich während eines Jahres über die niedergelassenen Ärzte ergießen. Kein Wunder, dass diese über die Papierflut in ihrem Posteingang klagen! Das „Kompakt Allgemeinmedizin“ geht einen anderen Weg: Es versammelt in digitaler Form die wichtigsten neuen Ergebnisse aus 15 relevanten Teildisziplinen der klinischen Medizin. Die Auswahl basiert auf den Inhalten unserer sehr erfolgreichen 15 Zeitungen und Zeitschriften, die in der Biermann-Redaktion gesichtet und zusammen mit einem jeweils meinungsführenden Herausgeber als Abstract gelesen, bewertet, gegebenenfalls übersetzt und publiziert werden. Mit dieser Contentgenerierung ist das „Kompakt Allgemeinmedizin“ nicht nur das modernste Medium in der medizinischen Publizistik, sondern auch das flexibelste. Wir sind gespannt, wie es bei Ihnen ankommt! Lassen Sie uns wissen, was wir anders oder besser machen können. Herzlichst Ihr Dr. med. Hans Biermann
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