Eine Dekade lang das Jenaer Medizinstudium geprägt27. September 2021 Die Studierenden der Medizinischen Fakultät zeichneten den langjährigen Studiendekan Orlando Guntinas-Lichius für sein Engagement mit einem Sonder-Lehrpreis aus. Foto: Michael Szabó/ Universitätsklinikum Jena Die Studierenden der Fachschaft Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena würdigen den langjährigen Studiendekan Prof. Orlando Guntinas-Lichius. Mit einer guten Nachricht konnte Guntinas-Lichius seine Amtszeit als Studiendekan an der Medizinischen Fakultät vor elf Jahren beginnen: Das studentische Trainingszentrum für ärztliche Tätigkeiten ‚SkillsLab‘ hatte seine Arbeit aufgenommen und bot, zunächst im Keller des Gebäudes der Alten Chirurgie, seine Kurse an. Das Team des Skillslab war auch einer der ersten Träger des Janus-Cornarius-Lehrpreises, mit dem die Fachschaft Medizin jährlich besonderes Engagement in der Lehre auszeichnet. Für den langjährigen Studiendekan haben die Medizinstudierenden nun einen Sonder-Lehrpreis aufgelegt.„Prof. Guntinas-Lichius war für uns als Studierendenvertretung auch außerhalb der regelmäßigen Treffen im Rahmen der Fakultätsratssitzungen und des von ihm etablierten Jour fixe gut erreichbar – fast rund um die Uhr“, betont Hannah Oxe von der Fachschaft. Das war auch wichtig, da in den vergangenen zehn Jahren große Veränderungen an der Fakultät stattfanden, die das Studium unmittelbar oder mittelbar betrafen. Hier ist zuallererst die Reformierung des Regelstudiengangs Humanmedizin mit der Konzipierung und Einführung des neigungsorientierten Medizinstudiums JENOS zu nennen. „Es ist schon ein Kraftakt, alle Beteiligten in einem so großen Projekt mitzunehmen – aber auch eine große Chance, viele gute Ideen zu diskutieren und die besten gemeinsam umzusetzen“, resümiert Guntinas-Lichius. Verbunden mit der Studienreform war auch der Aufbau des Campus-Management-Systems DOSIS, das einen großen Digitalisierungsschritt für die Lehrorganisation darstellte – und bei Pannen in der Anfangsphase für viel Redebedarf mit den Studierenden sorgte. Große organisatorische Veränderungen im Studium brachte auch der Umzug vieler Kliniken in den Neubau in Lobeda mit sich.Der neu gestartete Masterstudiengang Molekulare Medizin wuchs der Amtszeit von Guntinas-Lichius zu einem etablierten und nachgefragten Studienangebot, zusätzlich stellte die Medizinische Fakultät gemeinsam mit den Partnerfakultäten für Physik und Chemie den Masterstudiengang für Medizinische Photonik auf die Beine, eine deutschlandweit einzigartige Fachrichtung. Guntinas-Lichius: „Beide sind ein wichtiger Beitrag zur Internationalisierung. Die Medizinphotonik braucht noch etwas Zeit, in der molekularen Medizin gelingt es uns schon gut, Absolventen als Forschungsnachwuchs für unsere Labors in Jena zu halten.“Zu Beginn dieses Sommersemesters hat Guntinas-Lichius den Studiendekans-Staffelstab an Prof. Ulf Teichgräber weitergegeben, für die nächsten großen Herausforderungen in der Lehre sieht er das Jenaer Universitätsklinikum gut gerüstet. In der Zahnmedizin tritt eine neue Approbationsordnung in Kraft, an die die Lehrinhalte- und Veranstaltungen entsprechend angepasst wurden. Auch für die Humanmedizin wird eine aktualisierte Approbationsordnung erarbeitet, die die Maßnahmen des Masterplans Medizinstudium 2020 umsetzt. Die Fakultät hat sich an den bundesweiten Diskussionen zum Masterplan rege beteiligt und bereitet sich seit einiger Zeit darauf vor, die Maßnahmen in JENOS zu integrieren. „Ein wissenschaftliches Studium ist immer eine Baustelle, weil es stets am aktuellen Wissen und den neuesten Methoden ausgerichtet sein muss“, so Guntinas-Lichius. „Dabei habe ich die die Fachschaft als sehr aktiven Partner erleben können.“Für diese Partnerschaft bedanken sich die Studierenden mit der Sonderauflage ihres Lehrpreises, die sie im Rahmen der Septembersitzung des Rates der Medizinischen Fakultät überreichten. Unterstützt wurde der Lehrpreis vom Förderverein des Universitätsklinikums.
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