Einfluss von Schlafmangel auf den weiblichen Glukosestoffwechsel13. Mai 2024 © auremar – stock.adobe.com (Symbolbild) Unzureichender Schlaf ist mit der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes (T2D) assoziiert, wobei die kausalen Auswirkungen von chronischem Schlafmangel auf den Glukosestoffwechsel bei Frauen unbekannt sind. Forschende der Columbia University in New York, USA, untersuchten, ob eine verlängerte leichte Schlafeinschränkung (SR), die einem natürlichen kurzen Schlaf ähnelt, den Glukosestoffwechsel bei Frauen beeinträchtigt. Frauen (im Alter von 20–75 Jahren) ohne kardiometabolische Erkrankungen und mit einer aktigraphisch bestätigten Gesamtschlafzeit (TST) von 7–9 h/Nacht nahmen an einer randomisierten Crossover-Studie mit 2 je 6-wöchigen Phasen teil: Phase 1 mit der Aufrechterhaltung eines angemessenen Schlafs (AS) und Phase 2 mit einer SR von 1,5 h/Nacht. Zu den analysierten Outcomes zählten die Plasmaglukose- und Insulinspiegel, die HOMA(Homeostasis Model Assessment)-Werte der Insulinresistenz (HOMA-IR) auf Basis von Nüchternblutproben sowie die AUC-Werte für Glukose und Insulin, der Matsuda-Index und der Dispositionsindex aus einem oralen Glukosetoleranztest. Die Probandinnen waren insgesamt 38 Frauen (n=11 postmenopausal). Lineare Modelle, die für die Ausgangswerte adjustiert wurden, zeigten, dass die TST bei SR vs. AS um 1,34 ±0,04 h/Nacht reduziert war (p<0,0001). Die Nüchterninsulin- (β=6,8 ±2,8 pmol/l; p=0,016) und HOMA-IR-Werte (β=0,30 ±0,12; p=0,016) waren bei SR vs. AS erhöht, wobei die Auswirkungen auf HOMA-IR bei postmenopausalen Frauen vs. prämenopausalen Frauen ausgeprägter waren (β=0,45 ±0,25 vs. 0,27 ±0,13; pInteraktion=0,042). Veränderungen im Grad der Adipositas korrelierten nicht mit den SR-Effekten auf den Glukosestoffwechsel. Darüber hinaus modulierten sie auch nicht die Resultate in der gesamten Stichprobe, wenn sie als Kovariate einbezogen wurden. Fazit Eine Verkürzung der Schlafdauer auf nur 6,2 h/Nacht, was der mittleren Schlafdauer von Erwachsenen in den USA entspricht, beeinträchtigt die Insulinsensitivität unabhängig vom Adipositasgrad. Dies macht deutlich, dass unzureichender Schlaf ein modifizierbarer Risikofaktor für Insulinresistenz bei Frauen ist, der bei der Diabetesprävention künftig angegangen werden sollte. (je) Autoren: Zuraikat FM et al. Korrespondenz: Marie-Pierre St-Onge; [email protected] Studie: Chronic Insufficient Sleep in Women Impairs Insulin Sensitivity Independent of Adiposity Changes: Results of a Randomized Trial Quelle: Diabetes Care 2024;47(1):117–125. Web: https://doi.org/10.2337/dc23-1156
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