Einige Hormonersatztherapien erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Ziel einer aktuellen Studie war es, die Auswirkungen der Hormonersatztherapie (HRT) in der Menopause auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Abhängigkeit von der Verabreichungsart und der Kombination der Hormone zu beurteilen. Die Studie basiert auf dem nationalen Register und schließt 919.614 Frauen im Alter von 50–58 Jahren, die in den letzten 2 Jahren keine HRT angewendet hatten.

Die Frauen wurden einer der 8 Behandlungsgruppen zugewiesen: orale kombinierte kontinuierliche Therapie, orale kombinierte sequenzielle Therapie, orale nichtopponierte Östrogentherapie, orale Östrogentherapie mit lokalem Progestin, Tibolon, transdermale kombinierte Therapie, transdermale nichtopponierte Östrogentherapie oder keine Hormonersatztherapie. Die Forscher berechneten die HRs für venöse Thromboembolien, Koronare Herzkrankheit (KHK), zerebrale Infarkte und Myokardinfarkte getrennt und als kombinierte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Insgesamt 77.512 Frauen waren Initiatoren einer HRT und 842.102 Frauen waren Nichtinitiatoren.

Bei 24.089 Frauen trat während der Nachbeobachtung ein Ereignis auf: 10.360 (43,0%) hatten ein Ereignis im Zusammenhang mit einer KHK, 4098 (17,0%) hatten einen zerebralen Infarkt, 4312 (17,9%) einen Myokardinfarkt und 9196 (38,2%) eine venöse Thromboembolie. In den Intention-to-Treat-Analysen war Tibolon im Vergleich zu Nichtinitiatoren mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden (HR 1,52; 95%-KI 1,11–2,08). Initiatoren von Tibolon oder oraler Östrogen-Progestin-Therapie wiesen ein höheres Risiko für KHK auf (1,46; 95%-KI 1,00– 2,14 bzw. 1,21; 95%-KI 1,00–1,46).

Ein höheres Risiko für venöse Thromboembolien wurde für orale kontinuierliche Östrogen-Progestin-Therapie (1,61; 95%-KI 1,35–1,92), sequenzielle Therapie (2,00; 95%-KI 1,61–2,49) und eine Östrogentherapie (1,57; 95%-KI 1,02–2,44) beobachtet. Zusätzliche Ergebnisse in den Per-Protocol-Analysen zeigten, dass die Anwendung von Tibolon mit einem höheren Risiko für zerebralen Infarkt (1,97; 95%-KI 1,02 –3,78) und Myokardinfarkt (1,94; 95%-KI 1,01–3,73) verbunden war.

Fazit
Daraus resümierten die Studienautoren, dass die Anwendung von oraler Östrogen-Progestin-Therapie mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten und venöse Thromboembolien verbunden ist, während die Anwendung von Tibolon mit einem erhöhten Risiko für KHK, zerebralen Infarkt und Myokardinfarkt, jedoch nicht mit venösen Thromboembolien, assoziiert war. Diese Ergebnisse unterstreichen die unterschiedlichen Auswirkungen von verschiedenen Hormonkombinationen und Verabreichungsmethoden auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (hsp)

Autoren: Johansson T et al.
Korrespondenz: Therese Johansson; [email protected]
Studie: Contemporary menopausal hormone therapy and risk of cardiovascular disease: Swedish nationwide register based emulated target trial
Quelle: BMJ 2024 Nov 27;387:e078784.
Web: https://doi.org/10.1136/bmj-2023-078784