Einnahme von niedrig dosiertem ASS zur Prävention eines Diabetes?

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Entzündungen können an der Pathogenese von Diabetes beteiligt sein. Welche Effekte hat dabei niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) auf das Auftreten eines Typ-2-Diabetes (T2D) und auf die Konzentrationen der Nüchternplasmaglukose (FPG) bei Senioren? Dieser Frage gingen Forschende in der ASPREE-Studie nach, in der die tägliche orale Einnahme von niedrig dosiertem ASS bewertet wurde.

Die Population in der ASPREE-Studie umfasste 16.209 Personen im Alter ≥70 Jahre (≥65 Jahre für ethnische Minderheiten in den USA) in den USA und Australien ohne eine kardiovaskuläre Erkrankung, körperliche Einschränkungen oder Demenz. Die Teilnehmer erhielten zufällig entweder eine tägliche Gabe von 100 mg magensaftresistentem ASS (n=8086) oder Placebo (n=8123).

Inzidenter Diabetes war ein selbst angegebener Diabetes, der Beginn einer glukosesenkenden Medikation oder eine FPG-Konzentration von ≥7,0 mmol/l, die bei dem jährlichen Check-up der Probanden ohne Diabetes zu Studien­beginn ermittelt wurde. Die Forschenden bewerteten die Wirkung von ASS auf das Auftreten von Diabetes und auf die FPG-Konzentrationen. Zudem untersuchten sie schwere Blutungen nach Einnahme von ≥1 Dosis der Studienmedikation.

Während eines medianen Follow-ups von 4,7 Jahren trat bei 995 (6,1%) der Teilnehmer ein T2D auf (459 unter ASS; 536 unter Placebo). Im Vergleich zu Placebo hatte die ASS-Gruppe ein um 15% geringeres Risiko für das Auftreten von Diabetes (HR 0,85; 95%-KI 0,75–0,97; p=0,013) und zeigte einen langsameren Anstieg der FPG-Konzentration im Jahr 5 (geschätztes ∆ −0,048 mmol/l; 95%-KI −0,079 bis −0,018; p=0,0017).

Schwere Blutungen (gastrointestinal, intrakraniell oder an anderer Stelle) traten bei 3,2% der Teil­nehmer auf (3,7% unter ASS vs. 2,6% unter Placebo). Verglichen mit Placebo hatte die ASS-Gruppe ein um 44% erhöhtes Risiko für schwere Blutungen (HR 1,44; 95%-KI 1,21–1,72; p<0,0001).

Fazit
ASS verringerte das Auftreten eines T2D und verlangsamt den Anstieg der FPG-Konzentration, erhöht jedoch das Risiko schwerer Blutungen bei älteren Erwachsenen. Angesichts der zunehmenden Prävalenz von T2D bei Senioren könnte eine ASS-Behandlung zur T2D-Prävention dennoch gerechtfertigt sein. (je)

Autoren: Zoungas S et al.
Korrespondenz: Sophias Zoungas; [email protected]
Studie: Daily low-dose aspirin and incident type 2 diabetes in community-dwelling healthy older adults: A post-hoc analysis of efficacy and safety in the ASPREE randomised placebo-controlled trial
Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2024;12(2):98–106.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(23)00327-3