Einsatz monoklonaler Antikörper10. Mai 2019 Foto: © Stockfotos-MG – Fotolia.com Monoklonale Antikörper sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken, doch ihr Einsatz ist teilweise mit verschiedenen Nebenwirkungen assoziiert, etwa Überempfindlichkeitsreaktionen. Der zunehmende Einsatz monoklonaler Antikörper hat nach Dafürhalten eines Autorenteams der renommierten Harvard Medical School einer aktuell im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ publizierten Studie dazu geführt, dass Überempfindlichkeitsreaktionen zugenommen haben. Die Symptome, diagnostischen Werkzeuge sowie das Management von Überempfindlichkeitsreaktionen sind bislang nicht standardisiert. Die Autoren schlagen eine neue, evidenzbasierte Klassifikation von Überempfindlichkeitsreaktionen auf monoklonale Antikörper vor; diese solle auf klinischen Phänotypen, zugrundeliegenden Endotypen und Biomarkern sowie deren Management zur Desensibilisierung basieren. In der Studie wurden Phänotypen, Endotypen und Biomarker von Überempfindlichkeitsreaktionen auf 16 monoklonale Antikörper bei 104 Patienten beschrieben und mit dem Ergebnis von 526 subkutanen und intravenösen Desensibilisierungen verglichen. Die initialen Reaktionen zeigten dabei 4 Muster: Reaktionen Typ I (63 %), Zytokin freisetzende Reaktionen (13 %), Reaktionen gemischten Formentyps (21 %) sowie Spätreaktionen Typ IV (3 %). Im Gegensatz dazu waren 23 % der Überempfindlichkeitsreaktionen während der Desensibilisierung zu 52 % Zytokin freisetzende Reaktionen, zu 32 % vom Typ I, zu 12 % gemischter Form und zu 4 % von Typ I mit verspäteter Typ IV Reaktion. Der Prick-Test auf 10 monoklonale Antikörper bei 58 Patienten führte bei 41 % dieser Individuen zu einem positiven Ergebnis. Die Serum-Tryptase war bei 1 Patienten erhöht, IL-6 war bei 8 Patienten während der Desensibilisierung erhöht und stand mit dem Phänotyp der Zytokin freisetzenden Reaktionen in Zusammenhang. Die ermittelten Phänotypen können, so die Autoren, bei der personalisierten Medizin zu Verbesserungen führen, wenn es um die Diagnose von Überempfindlichkeitsreaktionen auf monoklonale Antikörper geht. (am)
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