Einsatz von Adrenalin-Autoinjektoren zur Prävention einer tödlichen Anaphylaxie

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Menschen mit einem Risiko für eine Anaphylaxie werden häufig Adrenalin-Autoinjektoren verordnet. Eine aktuelle Metaanalyse weckt Zweifel, ob die Adrenalinmengen im Ernstfall ausreichend sind.

Mit den Autoinjektoren injizieren sich die Betroffenen selbst Adrenalin in den Muskel. Wie die Studie feststellen konnte, werden dann zwar hohe Adrenalinmengen ins Blut abgegeben, der Adrenalinspiegel bleibt aber nur kurze Zeit so hoch. Im Falle einer tödlichen Anaphylaxie reiche das möglicherweise nicht aus. Zudem seien pharmakokinetische und pharmakodynamische Auswirkungen schwer vorherzusagen.

Laut der Autoren der Metaanalyse deuten Daten aus Tier- und Humanstudien darauf hin, dass intravenöse Adrenalininfusionen eine tödliche Anaphylaxie zwar verhindern können, aber Adrenalin-Autoinjektoren in so schwerwiegenden Fällen möglicherweise wenig Wirkung zeigen. Der Studie zufolge zeigen epidemiologische Daten keinen Zusammenhang zwischen steigenden Verordnungszahlen für Adrenalin-Autoinjektoren und einer geringeren Zahl tödlicher Anaphylaxien.

„Für eine wirksame Behandlung der schwersten allergischen Reaktionen ist wahrscheinlich eine kontinuierliche intravenöse Adrenalininfusion mit angemessener Flüssigkeitsreanimation erforderlich, wobei noch zu klären ist, wie dies in der prähospitalen Umgebung sicher erreicht werden kann“, schreiben die Autoren. Diese Herausforderung ergibt sich aus der Tatsache, dass eine tödliche Anaphylaxie unvorhersehbar und schnell ist. Glücklicherweise sind Todesfälle mit einer Inzidenz von 0,03-0,51 pro Million Einwohner selten.