Eisenmangel: Risikofaktor für Schilddrüsenfunktionsstörungen bei Schwangeren

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Eisenmangel beeinflusst die Schilddrüsenhormonsynthese, indem er die Aktivität der hämabhängigen Schilddrüsenperoxidase beeinträchtigt. Die Prävalenz von Eisenmangel ist aber besonders bei Schwangeren erhöht.

Ziel der Studie von Dr. Rodrigo Moreno-Reyes von der Université libre de Bruxelles in Belgien und seinen Kollegen war es deswegen, die Auswirkungen des Eisenstatus auf die Schilddrüsenfunktion in einer national repräsentativen Stichprobe von schwangeren Frauen mit leichtem Jodmangel zu untersuchen. Es stellte sich heraus, dass Eisenmangel, aber kein leichter Jodmangel, eine Determinante für die Serumspiegel von freiem Thyroxin (fT4) und Gesamtthyroxin (T4) bei Schwangeren ist. Die Korrektur von Eisenmangel kann daher neben der Verhinderung einer Anämie dazu beitragen, bei Schwangeren eine optimale Schilddrüsenfunktion zu erhalten.

Die Studienpopulation umfasste eine Stichprobe von schwangeren Frauen in Belgien während des 1. und 3. Schwangerschaftstrimesters (n=1241). Die Frauen wurden nach einem mehrstufigen, proportional zur Größe geschichteten und geclusterten Stichprobendesign ausgewählt. Urin- und Blutproben wurden gesammelt und zusammen mit der Studienkrankenschwester ein Fragebogen ausgefüllt. Die Forscher maßen Konzentrationen von fT4, T4, freiem Trijodthyronin, Thyrotropin (TSH), Thyroglobulin (Tg), Schilddrüsenperoxidase-Antikörpern, Tg-Antikörpern, Hämoglobin, Serumferritin (SF), löslichem Transferrinrezeptor, Jodkonzentration im Urin (UIC) und berechneten die Körpereisenspeicher (BIS).

Die medianen UICs lagen im 1. und 3. Trimester bei 117 bzw. 132 µg/l (p<0,05). Die Häufigkeit von SF <15 µg/l betrug 6,2% im 1. Trimester und 39,6% im 3. Trimester (p<0,05). UIC war ein signifikanter Prädiktor für Serum-Tg-Konzentrationen (p<0,01), jedoch nicht für Schilddrüsenhormon- oder TSH-Konzentrationen. Die Häufigkeit von fT4 <10. Perzentil betrug im 3. Trimester 24% bzw. bei Schwangeren mit negativem BIS bzw. positivem BIS 14% (p<0,05). SF und BIS waren signifikante Prädiktoren für fT4 und T4 im 1. Trimester (p<0,05). Hämoglobin war ein signifikanter Prädiktor für fT4 in beiden Trimestern (p<0,01) und für T4 im 3. Trimester (p=0,015).

Fazit
Es stellte sich heraus, dass Eisenmangel, aber kein leichter Jodmangel, eine Determinante für die Serumspiegel von freiem Thyroxin (fT4) und Gesamtthyroxin (T4) bei Schwangeren ist. Die Korrektur von Eisenmangel kann daher neben der Verhinderung einer Anämie dazu beitragen, bei Schwangeren eine optimale Schilddrüsenfunktion zu erhalten. (sh)

Autoren: Moreno-Reyes R et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Iron Deficiency Is a Risk Factor for Thyroid Dysfunction During Pregnancy: A Population-Based Study in Belgium
Quelle: Thyroid 2021;31(12):1868–1877.
Web: https://doi.org/10.1089/thy.2021.0286