Endometriose: Schwangerschaften häufiger als bisher angenommen

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Eine neue Studie aus den Vereinigten Königreich hat ergeben, dass Frauen mit Endometriose-bedingter Unfruchtbarkeit deutlich häufiger schwanger werden als Frauen mit Unfruchtbarkeit aus anderen Gründen.

Unter der Leitung von Dr. Lucky Saraswat vom Aberdeen Centre of Women’s Health Research der Universität Aberdeen führte das Forschungsteam gemeinsam mit Forschern des Centre for Reproductive Health der Universität Edinburgh, beides Vereinigtes Königreich, nach eigenen Angaben die größte und längste bevölkerungsbasierte Studie ihrer Art durch. Dabei analysierte es verknüpfte Primärversorgungs-, Sekundärversorgungs- und Mutterschaftsakten von mehr als vier Millionen Frauen in England, die zwischen 1991 und 2020 an Unfruchtbarkeit oder Symptomen im Zusammenhang mit Endometriose litten.

Die Studie wurde im Rahmen des EU-FEMaLe-Konsortiums (Finding Endometriosis through Machine Learning) durchgeführt. Ihre Ergebnisse wurden auf der 41. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie (ESHRE 2025) vorgestellt und in der Fachzeitschrift „Human Reproduction“ veröffentlicht.

Studie des EU-Konsortiums FEMaLe

Von den 4.041.770 Frauen im Alter von 13 bis 50 Jahren, die wegen Unfruchtbarkeit (n = 245.994) oder anderen Symptomen einer Endometriose eine Hausarztpraxis aufsuchten, wurde bei 111.197 innerhalb von 30 Jahren eine Endometriosediagnose mittels Laparoskopie oder Laparotomie chirurgisch bestätigt. Die Prävalenz weiblicher Unfruchtbarkeit lag im Untersuchungszeitraum bei 48,9 pro 1.000 Frauen, wobei die höchsten Raten bei Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren beobachtet wurden.

Bei 6,1 Prozent (14.904) der Frauen mit Unfruchtbarkeit wurde Endometriose operativ bestätigt. Davon waren 57,4 Prozent (8.556) bereits vor der Diagnose unfruchtbar. Die Studie bestätigte einen starken Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Fruchtbarkeitsproblemen. Sie zeigte, dass bei Frauen mit Unfruchtbarkeit die Wahrscheinlichkeit einer Endometriose-Diagnose mehr als doppelt so hoch war wie bei Frauen ohne Unfruchtbarkeit.

Aber: Bei der Untersuchung der Schwangerschaftsergebnisse zeigte sich, dass Frauen mit Endometriose-bedingter Unfruchtbarkeit eine viermal höhere Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis hatten als Frauen mit Unfruchtbarkeit aus anderen Gründen, darunter Ovulationsstörungen, Eileiterfaktoren und unerklärliche Unfruchtbarkeit. Insgesamt hatten 40,5 Prozent der Frauen mit einer Endometriose-Diagnose (unabhängig von ihrem Unfruchtbarkeitsstatus) während des Untersuchungszeitraums mindestens eine Schwangerschaft.

Bewusstsein für Erkrankung gestiegen

Zu den möglichen Erklärungen für dieses Ergebnis sagte Studieleiterin Saraswat: „Endometriose kann die Fruchtbarkeit unterschiedlich beeinträchtigen. Frauen mit leichteren Formen können ein gutes Fortpflanzungspotenzial behalten, insbesondere wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Es gibt auch mittelwertige Belege dafür, dass laparoskopische Operationen die Schwangerschaftsraten bei einigen Endometriose-Patienten verbessern können.“ Sie fügte hinzu, dass Frauen mit dieser Erkrankung aufgrund des gestiegenen Bewusstseins für den Zusammenhang zwischen Endometriose und Unfruchtbarkeit möglicherweise auch früher Hilfe suchen.