Endovenöse Ablation bei venösen Ulzerationen19. Juli 2019 © Patrick Bonnor – Adobe Stock Venöse Ulzerationen stellen weltweit eine kostenintensive Problematik im Gesundheitswesen dar, in erster Linie aufgrund der schlechten Heilungsraten und dem signifikanten Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen. Kompressionsverbände führen zwar zu einer verbesserten Heilungsrate und schützen vor Rezidiven, doch die zugrundeliegende Problematik des oberflächlichen venösen Rückflusses wird dabei außer Acht gelassen. Die chirurgische Korrektur des Rückflusses reduziert das Wiederauftreten der Ulzerationen, doch die Wirksamkeit einer frühzeitigen endovenösen Ablation auf die Wundheilung ist bislang ungeklärt. Ein Autorenteam der Universitätsklinik Cambridge untersuchte nun die klinische Effektivität sowie die Wirtschaftlichkeit einer Kompressionstherapie bei frühzeitiger (zwei Wochen nach Randomisierung) endovenöser Ablation im Vergleich zur Kompressionstherapie mit verzögerter (nach Abheilung der Ulzeration) endovenöser Ablation. Die insgesamt 450 Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 einer der beiden Interventionen zugeführt; Primärziel war die Zeitdauer zwischen Randomisierung und Abheilung; die Sekundärziele umfassten u. a. die Kosten sowie die Lebensqualität. Die Untersuchung ergab, dass die Zeitdauer bis zum Abheilen des Geschwürs in der Gruppe mit früher endovenöser Ablation kürzer war (Risikoquotient 1,28; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,13–1,68). Die durchschnittliche Dauer der Abheilung betrug in der Gruppe mit früher Intervention 56 (95 %-KI 49–66) Tage und 82 (95 %-KI 69–92) Tage in der Gruppe mit verzögerter Intervention. Die Abheilungsrate der Ulzeration (gemessen in Woche 24) betrug in der „frühen“ Gruppe 85,6 %, in der „späten“ Gruppe 76,3 %. Die durchschnittliche Ulzerations-freie Zeit lag bei früher Ablation bei 306 (Interquartilsabstand 240–328) Tagen, bei verzögerter Ablation 278 (Interquartilsabstand 175–324) Tagen. Verschiedene Indizes zur Patientenzufriedenheit und zu Behandlungsschmerzen ergaben ebenfalls eine Favorisierung der frühen Intervention. Fazit: Die frühe chirurgische Intervention führt zu verbesserten Heilungsraten, reduziert die Zeitdauer bis zur Abheilung und erweist sich somit auch als kosteneffektiver. (am)
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