Entbudgetierung: KBV kritisiert „versäumte Chance“22. Juni 2018 Die KBV erkennt in den GMK-Beschlüssen keine Grundlage für eine zukunftsfeste medizinische Versorgung. Foto: ©Janina Dierks – Fotolia.com Auf scharfe Kritik sind die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gestoßen. „Die Aussagen und Beschlüsse der Ministerrunde, auch wenn sie nicht bindend sind, helfen den Ärztinnen und Ärzten in keiner Weise“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Eine zukunftsfeste medizinische Versorgung lässt sich so nicht gestalten“, lautete das Resümee von Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. „Eine Chance ist versäumt worden, den Weg der Entbudgetierung zu beschreiten”, erklärte Gassen. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Milliardenpolster der Krankenkassen “absolut unverständlich”. In diesem Zusammenhang dankte Gassen dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister Garg ausdrücklich für dessen Engagement und Einsatz für dieses Thema.* Gassen: “Im Übrigen gilt: Diejenigen, die Patienten versorgen, Krankheiten heilen und lindern, sind die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Und nur sie! Das machen keine Politiker.“ Es wäre absolut wünschenswert, wenn Politiker die gleiche Energie aufbrächten, den Niedergelassenen gute Rahmenbedingungen zu schaffen anstatt “einer Misstrauenskultur zu frönen”, erklärte Hofmeister. Patientenschutz sei wichtig – das zeigte sich am besten in einem funktionierenden Arzt-Patient-Vertrauensverhältnis. Die Patienten vertrauten ihren Ärzten. „Ständige politische und unsachgemäße Eingriffe schaden enorm und dauerhaft“, warnte KBV-Chef Gassen. Quelle: KBV *Anm. d. Red.: Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wollte die Budgets für die vertragsärztliche Versorgung in Deutschland abschaffen, um den Beruf wieder attraktiver zu machen und hierzu einen entsprechenden Antrag in die GMK einbringen. Hauptthema der 91. GMK, die am 20. und 21. Juni in Düsseldorf tagte, war die Verbesserung der Patientenorientierung in der Gesundheitsversorgung. Alle Beschlüsse der diesjährigen GMK sollen ab Freitag, 22. Juni 2018, unter www.gmkonline.de nachzulesen sein.
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