Entscheidung für einen Herz-Bypass ist keine Frage des Alters20. September 2022 Entscheidend für eine koronare Bypass-Operation ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) die interdisziplinäre Indikationsstellung auf Grundlage von Schwere und Komplexität der Koronaren Herzkrankheit (KHK). Die KHK ist nach wie vor bei rund Zweidrittel aller Patienten die Hauptursache der Herzschwäche, so dokumentiert es der am 14. September 2022 in Berlin vorgestellte Deutsche Herzbericht. „Auslöser ist häufig die Arteriosklerose, die durch Ablagerungen an den Gefäßwänden zu Plaquebildungen führt. Diese wiederum verengen die Gefäße“, erklärt Prof. Andreas Böning, Präsident der DGTHG. Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße können durch eine koronare Myokard-Revaskularisation behoben werden. Eine Verbesserung der chronischen Herzschwäche durch die längerfristige Verbesserung der Blutversorgung des Herzens ist das Ziel. Der Deutsche Herzbericht führt für das Jahr 2020 bundesweit insgesamt 37.984 koronare Bypass-Operationen auf, davon 8540 Operationen, bei denen zumeist eine Herzklappe mitoperiert wurde. „Wir operieren sehr erfolgreich Patienten jeden Alters, also auch ältere und hochbetagte Menschen. 25 Prozent aller Herzpatienten, die einen koronaren Bypass erhalten, sind zwischen 75 und 89 Jahre alt. Die Überlebensrate liegt im Durchschnitt aller koronaren Bypass-Operationen bei über 97 Prozent“, betont Böning. „Jüngere Patienten profitieren allerdings besonders von der Nachhaltigkeit einer Bypass-Operation. Die neuen Gefäßbrücken halten in der Regel mindestens 15 bis 20 Jahre. Vorteile von einer Bypass-Operation haben auch Patienten, bei denen die linke Herzkammer nicht mehr richtig arbeitet und bei denen Gefäßstützen, sogenannte Stents, nicht zu einem stabilen Langzeiterfolg führen.“ Nach Ansicht der DGTHG braucht der herzkranke Patient unbedingt die frühzeitige und interdisziplinäre Abstimmung im multiprofessionellen Herzteam, damit die diagnostizierte Herzerkrankung nicht zu unumkehrbaren Herzschäden oder zum plötzlichen Herztod führt. Das Herzteam setzt sich im Kern aus Fachärztinnen und -ärzten für Herzchirurgie und Kardiologie zusammen. „Gemeinsam können wir Herzerkrankte so bestmöglich und leitliniengerecht behandeln“, betont Böning.
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