Entwicklung von konstengünstigeren Corona-Schnelltests2. November 2020 Prof. Dr. Antje Baeumner (rechts im Bild) bespricht mit ihrer Mitarbeiterin die jüngsten Ergebnisse ihres Forschungsprojekts. © Antonia Pröls/Universität Regensburg Mit 563.000 Euro fördert die Bayerische Forschungsstiftung ein Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Antje Baeumner, das neuartige Schnelltests für den Nachweis der Immunität gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt. In dem interdisziplinären Team arbeitet das Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik an der Universität Regensburg mit dem Universitätsklinikum Regensburg sowie den Firmen Microcoat Biotechnologie GmbH und Mikrogen GmbH zusammen. Ziel der Entwicklungsarbeit ist es, Arztpraxen und zentralen Laboren Testmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die den Immunstatus der Bevölkerung gegen das Coronavirus schnell, kostengünstig und effektiv nachweisen können. Aktuell arbeiten Labore mit sogenannten Neutralisationstest, um den Immunstatus von Patienten gegen das Coronavirus zu bestimmen. Dabei wird im Blutserum von Probanden nach den das Virus neutralisierenden Antikörpern (nAk) gesucht. Dieses Vorgehen ist aufwendig und nur bedingt skalierbar, sodass die Testkapazitäten beschränkt sind und eine breitflächige Anwendung unrealistisch ist. Das Projektteam um Professorin Baeumner wird nun neuartige nAk-Titer bestimmende Schnelltests für SARS-CoV-2 auf der Basis der Nanotechnologie entwickeln. Diese Technik reduziert die Komplexität der Neutralisationstests so weit, dass die neuen Tests in Arztpraxen sogar vor Ort und in den Testlaboren im Hochdurchsatz eingesetzt werden könnten. Die interdisziplinäre Kooperation zwischen Universität und Universitätsklinikum mit den Firmen Microcoat Biotechnologie GmbH und Mikrogen GmbH macht es möglich, sowohl die grundlegenden wissenschaftlichen Prinzipien zu erarbeiten als auch die Testsysteme im Hinblick auf Praktikabilität und den Einsatz in der Diagnostik zu optimieren. Während der Corona-Pandemie können die neu entwickelten Tests dabei helfen, den Immunstatus einer Person in Bezug auf SARS-CoV-2 zügig zu ermitteln. Jenseits der aktuellen Krise lassen sich die Testprinzipien auch für den Nachweis anderer viraler Krankheiten anwenden. Das Forschungsprojekt zu den neuartigen Immunitätstests wird über den temporären Förderschwerpunkt zur COVID-19-Forschung kofinanziert, den die Bayerische Forschungsstiftung bereits im April 2020 eingerichtet hat. Der Förderschwerpunkt stieß auf große Resonanz, im Begutachtungsverfahren konnten sich nur die am besten bewerteten und vielversprechendsten Projekte durchsetzen. Für die im Herbst bewilligten zwölf Projekte werden Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro bereitgestellt.
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