Enzalutamid-Therapie bei Prostatakrebs: Vorsicht bei radiologischer Progression ohne PSA-Anstieg14. April 2026 Symbolbild: WrightStudio – stock.adobe.com Laut einer aktuellen Analyse kann bei Enzalutamid-behandelten Prostatakrebspatienten eine radiologische Progression (rPD) häufig ohne PSA-Anstieg oder -Progression auftreten. Die Autoren raten daher zu einer regelmäßigen Überwachung dieser Patienten mittels Bildgebung. Die Wissenschaftler um Andrew J. Armstrong vom Duke Cancer Institute in Durham (NC, USA) führten eine Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studien ARCHES und PROSPER mit insgesamt 2551 Patienten durch. In beiden Studien wurden die Patienten mit dem Androgensignalweginhibitor Enzalutamid behandelt. Die ARCHES-Patienten litten unter metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs (mHSPC), bei PROSPER waren es Patienten mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (nmCRPC). Ziel der Studie, die kürzlich im „Journal of Clinical Oncology“ (JCO) veröffentlicht wurde, war es, die Prävalenz einer rPD mit und ohne PSA-Anstieg oder -Progression in diesen Patientenpopulationen und die klinische Bedeutung dieser Konstellation zu charakterisieren. Eine PSA-Progression war entsprechend den Kriterien der Prostate Cancer Working Group 2/3 definiert, und als PSA-Anstieg galt jeglicher Anstieg (ungleich Null) des PSA-Wertes gegenüber dem Ausgangswert oder Nadir. Die Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) ermittelten die Forscher mittels der Kaplan-Meier-Methode. Konstellation häufiger bei rPD-Patienten unter Enzalutamid In der ARCHES-Studie zeigten 3,5 % bzw. 8,5 % der 574 Patienten mit mHSPC, die mit Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie (ADT) behandelt wurden, zum Zeitpunkt der rPD keinen PSA-Anstieg bzw. keine PSA-Progression. Bezogen auf die 79 Patienten mit rPD, die Enzalutamid plus ADT erhielten, zeigten 25,3 % keinen PSA-Anstieg und 62,0 % erfüllten die Kriterien für eine PSA-Progression nicht. Im Vergleich dazu lagen die entsprechenden Werte bei 7,4 % bzw. 38,3 % von 188 Patienten mit rPD, die nur mit ADT behandelt wurden. Ähnliche Verhältnisse waren in der PROSPER-Studie zu beobachten: Darin wiesen 4,4 % bzw. 10,3 % von 933 Patienten mit nmCRPC, die mit Enzalutamid plus ADT behandelt wurden, zum Zeitpunkt der rPD keinen PSA-Anstieg bzw. keine PSA-Progression auf. Von den 187 Patienten mit rPD, die Enzalutamid plus ADT erhielten, zeigten 21,9 % keinen PSA-Anstieg und 51,3 % erfüllten die Kriterien für eine PSA-Progression nicht. Bei den 224 rPD-Patienten, die Placebo/ADT bekamen, hatten 3,6 % keinen PSA-Anstieg und 18,8 % keine PSA-Progression. Lebermetastasen fünfmal häufiger Diese Befunde haben offenbar eine hohe klinische Bedeutung, wie Armstrong und Kollegen weiter feststellen: Lebermetastasen traten bei Enzalutamid-behandelten Patienten mit rPD-Ereignissen mehr als fünfmal häufiger auf als in der Kontrollgruppe, obwohl die Stichprobe klein war. Im Vergleich zu Patienten ohne rPD wiesen Enzalutamid-behandelte rPD-Patienten mit oder ohne PSA-Anstieg oder -Progression ein schlechteres Gesamtüberleben auf. „Angesichts der häufigen Diskrepanz und der schlechten Prognose einer bildgebend nachgewiesenen Progression ohne PSA-Veränderungen unter Enzalutamid-Therapie bei mHSPC und nmCRPC wird eine regelmäßige Überwachung mittels Bildgebung empfohlen“, schließen die Mediziner. Andrea Necchi, Associate Editor des JCO, schätzt die Relevanz der Studie als hoch ein: „Diese Studie ist wichtig, da sie die Notwendigkeit einer präzisen radiologischen Überwachung zusätzlich zum PSA-Test während der Nachsorge von Patienten mit mHSPC und nmCRPC unterstreicht. (ms/BIERMANN)
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