Enzym stellt die Weiche für allergische Immunantwort7. August 2018 Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com Per Zufall haben RUB-Forscher entdeckt, dass ein bekanntes Enzym eine Rolle bei Allergien und Asthma spielt. Es könnte ein Ziel für Wirkstoffe sein. Auf der Suche nach den Ursachen für Allergien und Asthma hat ein Zufallsfund neue Hinweise ergeben: Das Forscherteam um Dr. Marcus Peters hat nun festgestellt, dass das Enzym Guanylatzyklase in Zellen die Weichen für die Art der Immunantwort stellt. Entsprechend kommt es zu mehr oder weniger starken allergischen Symptomen. “Besonders interessant ist das, weil es Wirkstoffe gibt, die das Enzym stimulieren oder auch hemmen”, erklärte Peters. Mäuse ohne Enzym zeigen weniger Symptome Das Enzym Guanylatzyklase ist an vielen Signalketten in Zellen beteiligt. Es stellt das Signalmolekül cGMP her, das wiederum unterschiedliche Funktionen hat. Beispielsweise weitet es die Gefäße. Daher sind Wirkstoffe, die das Enzym stimulieren, unter anderem bei Patienten mit Lungenhochdruck im Einsatz. Bei Untersuchungen an sogenannten Knock-out-Mäusen, denen eine Isoform des Enzyms Guanylatzyklase fehlt, stellten die Wissenschaftler fest, dass allergische Reaktionen auf Hühnereiweiß bei den Knock-out-Mäusen im Vergleich mit Wildtypmäusen weniger stark ausfielen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass das Enzym eine Rolle bei der Immunantwort spielt. Verschiedene Typen der Immunantwort “Es gibt bei der Immunreaktion des Körpers verschiedene Typen, die sich durch die dabei ausgeschütteten Botenstoffe unterscheiden”, erklärte Peters. Die sogenannte Th1-Antwort dient vor allem der Abwehr von Infektionen durch Viren und Bakterien, die Th2-Antwort richtet sich gegen parasitäre Infektionen wie etwa Würmer. Beide Arten der Immunreaktion unterdrücken sich gegenseitig: Wenn die Th1-Antwort stärker ausfällt, schwächt das die Th2-Antwort ab und umgekehrt. “Die Th2-Antwort ist diejenige, die die starken Symptome bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma auslöst”, erklärte Peters weiter. Bei den Knock-out-Mäusen, denen die Guanylatzyklase fehlt, fiel die Th1-Antwort stärker aus und unterdrückte so die Th2-Antwort. Daher fielen die allergischen Symptome schwächer aus als bei Wildtyp-Mäusen. Wirkstoffe untersuchen “Es gibt Wirkstoffe, die die Guanylatzyklase unterdrücken”, so Peters, “allerdings sind sie noch nicht im klinischen Einsatz. Es wäre sehr interessant zu untersuchen, ob solche Wirkstoffe auch Auswirkungen auf Allergien und Asthma haben.” Originalveröffentlichung: Gnipp S et al.: Nitric oxide dependent signaling via cyclic GMP in dendritic cells regulates migration and T-cell Polarization. Scientific Reports, 20. Juli 2018
Mehr erfahren zu: "Chile: Ernährungspolitisches Maßnahmenpaket zeigt Wirkung" Chile: Ernährungspolitisches Maßnahmenpaket zeigt Wirkung In Deutschland wird über ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel gestritten. Nun zeigt eine Studie aus Chile, dass die Kombination eines solchen Verbotes mit anderen Maßnahmen aus dem Bereich der Ernährungspolitik […]
Mehr erfahren zu: "Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie: Geneditierungstherapie bei Kindern erfolgreich" Weiterlesen nach Anmeldung Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie: Geneditierungstherapie bei Kindern erfolgreich Eine neue Studie belegt die Wirksamkeit eines CRISPR/Cas9-basierten Verfahrens bei Kindern mit Thalassämie und Sichelzellkrankheit ab fünf Jahren. Durchgeführt wurde sie unter anderem an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem […]
Mehr erfahren zu: "Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert" Charité-Studie: West-Nil-Virus ist in Berlin fest etabliert Heimische Mücken können das West-Nil-Virus übertragen. Eine Berliner Studie hat untersucht, in welchen Lebensräumen das Ansteckungsrisiko am höchsten ist. Das Ergebnis hat die Wissenschaftler überrascht.