Eosinophile Ösophagitis: Ein Viertel der Betroffenen zeigt eine Besonderheit der Gelenke7. Juli 2026 Wenn Babys und ältere Kinder Essen verweigern, kann das viele Gründe haben. Eine mögliche ernstzunehmende Ursache ist eine Eosinophile Ösophagitis. (Foto: Show-Shot-Foto/stock.adobe.com) Die eosinophile Ösophagitis (EoE) kann sich bei Kleinkindern und Jugendlichen sowie im mittleren Lebensalter manifestieren. Forschende vom Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital in Chicago (USA) haben nun einen spezifischen Subtyp bei Kindern und jungen Erwachsenen ausgemacht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass in einer von ihnen durchgeführten Studie etwa 25 Prozent der Kinder mit EoE hypermobile Gelenke aufwiesen – ihre Gelenke waren also über den normalen Bewegungsspielraum hinaus beweglich. Die betroffenen Kinder litten zudem häufig an Symptomen, die das autonome Nervensystem betreffen. Hier nennen die Forschenden als häufigste Auffälligkeit chronisches Schwindelgefühl beim Aufstehen. Diese Symptomkombination führe zu einer deutlich verminderten Lebensqualität, betonen die Wissenschaftler in ihrer Publikation, die kürzlich im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ erschienen ist. „Angesichts der Identifizierung dieses Krankheits-Subtyps sollten Behandler bei Kindern mit EoE routinemäßig auf Hypermobilität und chronisches Schwindelgefühl achten, denn es gibt einfache Behandlungsmöglichkeiten für diese Symptome, die die Lebensqualität der betroffenen Kinder erheblich verbessern können“, empfiehlt Seniorautor Dr. Joshua Wechsler, medizinischer Leiter des Programms für eosinophile gastrointestinale Erkrankungen am Lurie Children’s Hospital und Assistenzprofessor für Pädiatrie und Innere Medizin an der Northwestern University Feinberg School of Medicine. Aktives Nachfragen ist wichtig Der Mediziner ergänzt: „Patienten erwähnen das Schwindelgefühl oft nicht von sich aus, da sie kurzen Episoden womöglich keine große Bedeutung beimessen. Sie berichten jedoch häufig von Kopfschmerzen, die im Anschluss auftreten“, fügt er hinzu. „Wenn also chronische Kopfschmerzen auftreten, sollte man gezielt nachfragen, ob ihnen ein Schwindelgefühl vorausging. Wichtig ist zudem, dass Patienten mit EoE ihren Arzt auf diese Symptome, die nicht den Gastrointestinaltrakt betreffen, ansprechen.“ Die Behandlung des chronischen Schwindelgefühls umfasst eine erhöhte Flüssigkeits- und Salzzufuhr sowie körperliche Aktivität. Bei Hypermobilität ist eine intensive Physiotherapie erforderlich, da die gelenkumgebende Muskulatur gestärkt werden muss, um häufigen Verletzungen und Gelenkverrenkungen vorzubeugen. Schwindelgefühl beim Aufstehen häufiger bei Mädchen mit EoE Im Rahmen der Studie wurden für 80 EoE-Patienten im Alter zwischen zwei bis 21 Jahren validierte Fragebögen zu ihren Symptomen und ihrer Lebensqualität ausgefüllt – entweder von den Betroffenen selbst oder, wenn sie jung waren, von ihren Bezugspersonen. Sowohl eine aktive EoE als auch eine Hypermobilität standen mit Symptomen des autonomen Nervensystems in Zusammenhang. Schwindelgefühl beim Aufstehen trat bei Mädchen mit EoE häufiger auf. „Die von uns festgestellten Zusammenhänge zwischen EoE, Hypermobilität und Dysfunktionen des autonomen Nervensystems werden hoffentlich weitere Forschungsarbeiten anregen und womöglich neue Hinweise auf die Entstehung der EoE liefern“, sagt Wechsler. „Wir wissen noch nicht, ob diese Zusammenhänge spezifisch für EoE sind oder auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen auftreten.“ Er ist sich aber sicher, dass die aktuellen Ergebnisse spannende Forschungsansätze eröffnen. Laut der S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophileÖsophagitis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie,Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) aus dem Jahr 2023 sind Inzidenz und Prävalenz der EoE in den vergangenen circa 20 Jahren gestiegen: Demnach wird die Inzidenz bei Erwachsenen auf im Mittel 7,7 und bei Kindern auf 6,6 pro 100 000 Einwohner geschätzt. Die Prävalenz gibt die DGVS mit durchschnittlich 34,4 pro 100 000 Einwohner an. Sie gehöre zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen der Speiseröhre, heißt es in der Leitlinie. Am häufigsten erfolgt die Diagnose in den mittleren Lebensjahren (3. und 4. Lebensdekade), bei Kindern wird die EoE häufig in den ersten drei Lebensjahren entdeckt. Eine zweite kritische Phase, in der sich die Erkrankung manifestiert, sehen die Experten bei Jugendlichen. (ac)
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