Epilepsie-Expertin will neuropädiatrische Abteilung ausbauen25. Oktober 2023 Prof. Alexandra Klotz ist die neue Direktorin für die Neuropädiatrie am Universitätsklinikum Bonn (UKB). (Quelle: Universitätsklinikum Bonn / M. Steinhauer) Prof. Alexandra Klotz hat jetzt die Leitung der neuropädiatrischen Abteilung sowie des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) im Zentrum für Kinderheilkunde am Universitätsklinikum Bonn (UKB) inne. Die Expertin für Anfallserkrankungen (Epilepsien) im Kindesalter will die Kinderepileptologie am UKB weiter ausbauen und plant, für ihre Patienten eine eigene stationäre Versorgung mit Möglichkeit zur Akutversorgung zu etablieren. Bereits früh in ihrer medizinischen Laufbahn bemerkte Prof. Alexandra Klotz, dass ihr die Arbeit mit neuropädiatrischen Patienten liegt: „In der Neuropädiatrie kümmere ich mich nicht nur um die medizinischen, sondern auch um die sozialen und psychologischen Aspekte meiner Patienten und Patientinnen sowie um deren Familien und Angehörige, das schätze ich sehr.“ Genauso mag sie die diagnostische Detektivarbeit, die neuropädiatrische, oftmals seltene Krankheitsbilder mit sich bringen und die Erarbeitung personalisierter Behandlungsstrategien für ihre heranwachsenden Patienten und Patientinnen. Die neuropädiatrische Abteilung im Zentrum für Kinderheilkunde am UKB sowie das SPZ übernimmt Klotz mit klaren Zielen: Neben dem Ausbau des kinderepileptologischen Versorgungsangebote, sollen die Neuropädiatrie und das SPZ auch um eine eigene stationäre Versorgung erweitert werden. Am UKB sind aus ihrer Sicht durch das internationale neurowissenschaftliche Umfeld und die Spitzenposition des Maximalversorgers in der Epilepsie- und Hirnforschung beste Voraussetzungen gegeben, um die Neuropädiatrie noch weiter auszubauen und die Kinderepileptologie zu stärken. Neuropädiaterin mit Schwerpunkt auf Kinderepileptologie Der klinische Schwerpunkt von Klotz liegt im Bereich der Epilepsien, insbesondere in der Diagnostik und Behandlung erster epileptischer Anfälle sowie schwerer Epilepsien im Kindesalter. Bereits während ihrer langjährigen Tätigkeit am Universitätsklinikum Freiburg zog sie neben konservativen Therapien auch stets chirurgische Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. „Circa zehn Prozent der pharmakoresistenten fokalen Epilepsien lassen sich epilepsiechirurgisch behandeln, die Chance auf langjährige Anfallsfreiheit oder sogar Heilung liegt nach solch einem Eingriff je nach Befundkonstellation bei circa 50 und 80 Prozent“, betont Klotz. Deshalb habe sie sich in der Klinik auf die prächirurgische Diagnostik spezialisiert, die über die Aussichten und Risiken einer kurativen epilepsiechirurgischen Behandlung Auskunft geben kann, und war in Freiburg zuletzt auch Sektionsleiterin für die Epilepsiediagnostik im Kindes- und Jugendalter. Am UKB möchte Klotz gemeinsam mit Prof. Rainer Surges, Direktor der Klinik und Poliklinik für Epileptologie, einen Fokus der Kinderepileptologie auf die epilepsiechirurgische Behandlung fokaler Epilepsien legen. Auch ihr Forschungsschwerpunkt fokussiert die Epilepsietherapie: So untersucht sie unter anderem die Entwicklung und den Einsatz neuer Behandlungsoptionen bei Epilepsien sowie den Einsatz von Cannabinoiden in der Epilepsietherapie bei Kindern und Erwachsenen. Neuropädiatrie und SPZ am UKB mit eigener stationärer Versorgung Auch das SPZ, das sich um die ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Störungen der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung kümmert und medizinische mit psychosozialer Versorgung verbindet, liegt Klotz am Herzen. Die Kompetenzen und Strukturen eines SPZ sind für die Professorin ein zentraler Baustein in der Behandlung von neuropädiatrischen Patienten, aber auch für Kinder mit einer chronischen Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes geeignet: „In einem SPZ ist es für uns möglich, dass wir nicht nur einzelne Symptome von solchen Kindern und Jugendlichen behandeln, sondern wir können einen ganzheitlichen Behandlungsansatz verfolgen. Das kann bei vielen Erkrankungen einen entscheidenden Einfluss auf die Patientenkompetenz und damit auch auf den Verlauf einer Erkrankung im Erwachsenenalter haben.“ Geplant ist für die Zukunft, dass im Eltern-Kind-Zentrum auf dem Venusberg-Campus eine eigene Station für die Abteilung von Prof. Klotz zur Verfügung stehen wird. Die Neuropädiatrie am UKB wird dann eine eigene stationäre Versorgung mit speziell für die Bedürfnisse von neuropädiatrischen Patienten und deren Begleitpersonen geschultem Personal anbieten können und auch mehr Möglichkeiten zur Akutversorgung eigener Patienten haben.
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