Epilepsie: Gehirnoperation mit schonender Laser-Technologie20. März 2019 Foto: © Kateryna_Kon – Fotolia.com Das Universitätsklinikum Magdeburg ist nach eigenen Angaben das erste Krankenhaus in Deutschland, das die „VISUALASE™ MRI-Guided“ Laser-Ablation-Technologie anbietet. Die minimal-invasive Behandlungsoption zur Abtragung pathologischen Gewebes im Gehirn hat im März 2018 das CE-Zertifikat erhalten. In den Vereinigten Staaten wird das Verfahren seit 2007 eingesetzt. Die „VISUALASE™ MRI-Guided“ Laser-Ablation ermöglicht die präzise Abtragung von Gehirngewebe über eine dünne Lasersonde. Diese Sonde wird über ein Bohrloch mit lediglich 3,2 mm Durchmesser an einen zuvor genau berechneten Zielpunkt eingebracht. “Das System wird Neurochirurgen eine zusätzliche minimal-invasive Möglichkeit bieten, kleine Gewebebereiche präzise zu erfassen und zu behandeln”, sagte Prof. Jürgen Voges, Direktor der Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie Magdeburg. „Wir freuen uns, dass wir dieses Verfahren unseren Patienten jetzt anbieten können.“ Für das Verfahren wurde eine seit Jahrzehnten etablierte stereotaktische Technik erweitert: Eine kleine Sonde mit einer Glasfaser bringt Laserenergie an das ausgewählte Hirngewebe. Wenn Licht an das Gewebe abgegeben wird, beginnt die Temperatur im Zielgebiet zu steigen und zerstört so das pathologische Hirngewebe. “Eine besondere MRT-Technologie ermöglicht uns, Temperaturveränderungen in der Tiefe des Gehirns in Echtzeit zu steuern”, erklärte Dr. Lars Büntjen, Oberarzt an der Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie. Der Patient, der am 13. März in Magdeburg mit der „VISUALASE™ MRI-Guided“ Laser-Ablation als Erster in Deutschland behandelt wurde, hat eine Schläfenlappenepilepsie; ihm war die Möglichkeit einer „heilenden“ Gehirnoperation neu. Bislang wurde in Europa ähnlichen Patienten dieses Verfahren nur angeboten, nachdem eine vorherige resektive Operation nicht erfolgreich war. „Unser Patient hat sich aufgrund des minimal-invasiven Ansatzes sofort für diese Behandlungsoption entschieden“, erklärte PD Dr. Friedhelm C. Schmitt, Leiter der Epileptologie der Universitätsklinik für Neurologie in Magdeburg. „Der großen Mehrheit der Patienten kann so ein wesentlich belastenderes, offen-resektives Verfahren erspart werden.“
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