EPRD-Jahresbericht 2017 – Registerdaten verdeutlichen großen Zuspruch25. Oktober 2018 Foto: © psdesign1 – Fotolia.com Zum DKOU hat das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) seinen Jahresbericht 2017 veröffentlicht. Erstmals sind darin auch implantatspezifische Ergebnisse dargestellt. Im sechsten Jahr seiner kontinuierlichen Datenerfassung erfährt das EPRD nach wie vor großen Zuspruch. Mit annähernd 283.000 eingegangenen OP-Dokumentationen und 706 datenliefernden Krankenhäusern waren diese Zahlen in 2017 so hoch wie in keinem der Jahre zuvor, vermelden die Registerverantwortlichen. Dabei sei es erstmals möglich gewesen, Werte zum Body-Mass-Index (BMI) der Patienten zu berücksichtigen. Den Schwerpunkt des Jahresberichts bildet die Untersuchung der Standzeiten verschiedener endoprothetischer Versorgungsformen. Hier werden erstmals Ergebnisse von Implantatsystemen innerhalb der ersten drei Jahre betrachtet. Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk in den ersten beiden Jahren nach dem Ersteingriff gewechselt werden muss, wird für konkrete Implantatsysteme bzw. -kombinationen tabellarisch, alphabetisch sortiert und ohne Wertung dargestellt. Auf eine Interpretation sei bewusst verzichtet worden, da Unterschiede nicht allein auf die verwendeten Implantatkomponenten, sondern auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen sind. Laut EPRD zeigt sich die Komplexität der Bewertung der Ergebnisse bei den implantatübergreifenden Auswertungen. Beispielsweise seien bei einem Vergleich der Hüftversorgungen mit Inlays aus hochvernetztem Polyethylen ohne und mit zusätzlicher Anreicherung von Antioxidantien Unterschiede bereits in den ersten Monaten nach der Implantation erkennbar. Nach derzeitigem Erkenntnisstand lasse sich dies weder auf die Materialeigenschaften der Inlays noch auf patientenbezogene Einflussfaktoren zurückführen. Das EPRD habe daher gesondert untersucht, inwiefern die Erfahrung innerhalb eines Krankenhauses mit bestimmten Versorgungsformen oder Implantaten Auswirkungen auf die Standzeit der von ihm durchgeführten endoprothetischen Versorgungen haben kann. Auch wenn das EPRD nicht die Erfahrung einzelner Operateure messen könne, zeigt sich, dass die Gesamterfahrung einer Klinik eine wesentliche Rolle für die Standzeiten spielt, heißt es weiter. Besonders deutlich trete der Unterschied bei den unikondylären Knieversorgungen hervor. “Erfahrung ist allerdings nicht ausschließlich auf die Zahl der Eingriffe zu beziehen, die eine Klinik im Jahr vornimmt, sondern betrifft auch die verwendeten Implantate. Kliniken, die den Hersteller, über den sie ihre Implantatkomponenten beziehen, wechseln, weisen nach diesem Wechsel signifikant höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten auf”, so die Verantwortlichen. Hintergrund könne sein, dass der Wechsel der verwendeten Implantate von Operateuren und OP-Personal ein Umlernen erfordert und damit unmittelbar nach dem Wechsel ein zusätzliches Risiko für die Versorgung und damit den Patienten darstellen kann. (hr, ja)
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