Ergebnis der reCOVer-Studie: Hoffnung für Long-COVID-Betroffene25. August 2025 © StockPhotoPro – stock.adobe.com (Symbolbild) Rovunaptabin, auch bekannt als BC007, kann bei bestimmten Long-COVID-Betroffenen die mit der Krankheit verbundene Fatigue lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Dies fand ein interdisziplinäres Forschungsteam um Funktionsoberärztin PD Dr. Bettina Hohberger von der Augenklinik des Uniklinikums Erlangen im Rahmen der klinischen randomisierten Medikamentenstudie „reCOVer“ heraus. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „eClinicalMedicine“, herausgegeben von „The Lancet“, veröffentlicht. Wirkstoff neutralisiert funktionelle Autoantikörper Die reCOVer-Studie untersuchte ab Herbst 2023 insgesamt 30 Patienten mit Post-COVID-Syndrom, die auch Monate nach einer Coronainfektion noch unter typischen Langzeitfolgen litten – vor allem unter starker körperlicher und geistiger Erschöpfung. Gemeinsam war ihnen, dass sie bestimmte Autoantikörper im Blut aufwiesen, die dazu in der Lage sein können, Körperzellen fehlzusteuern. Im Rahmen der reCOVer-Studie erhielten die Teilnehmenden zuerst entweder Rovunaptabin oder ein Placebo. Nach einigen Wochen wurde die Therapie gewechselt, sodass jeder die Möglichkeit bekam, Rovunaptabin zu erhalten. Der Wirkstoff neutralisiert jene funktionellen Autoantikörper, die sich gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR-fAAbs) richten und die im Verdacht stehen, die Beschwerden bei Post-COVID mitzuverursachen. Erste Hinweise auf ursächliche Therapie Studienleiterin Hohberger sagt: „Die Ergebnisse sind vielversprechend: Wir haben gesehen, dass die speziellen Autoantikörper nach der BC007-Therapie verschwanden. Die Erschöpfungssymptome nahmen nicht nur statistisch, sondern für die Patientinnen und Patienten auch spürbar ab. Die Lebensqualität verbesserte sich messbar.“ Rovunaptabin wurde insgesamt von allen Probanden gut vertragen. „Unsere Studie liefert erste Hinweise auf eine ursächliche Therapie für eine bestimmte Gruppe von Long-COVID-Patientinnen und -Patienten“, so Hohberger weiter. „Das macht Hoffnung – für Betroffene, deren Alltag bislang massiv eingeschränkt ist und für die es bisher keine gezielte ursächliche Behandlung gab. Eine individuelle Diagnostik ist künftig entscheidend, um geeignete Zielgruppen für die Therapie präzise zu identifizieren.“ Die reCOVer-Studie wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. An dem Forschungsprojekt waren ebenfalls Wissenschaftler sowie Ärzte der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie, der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie, des Virologischen Instituts – Klinische und Molekulare Virologie, der Medizinischen Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie und des Center for Clinical Studies des Uniklinikums Erlangen beteiligt. Literatur Hohberger B et al. Safety, tolerability and clinical effects of rovunaptabin, also known as BC007 on fatigue and quality of life in patients with Post-COVID syndrome (reCOVer): a prospective, exploratory, placebo-controlled, double-blind, randomised phase IIa clinical trial (RCT). EClinicalMedicine 2025 Jul 22;86:103358. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2025.103358 Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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