Erhöhte Komorbiditätsbelastung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen28. März 2022 © AntonioDiaz – stock.adobe.com (Symbolbild) Komorbidität ist ein wichtiger Prädiktor für die Entwicklung des Krankheitsverlaufs bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Kanadische Wissenschaftler bestimmten nun die relativen Komorbiditätsraten vor sowie die Hazard Ratio nach der CED-Diagnose betroffener Personen. Die durchgeführte Kohortenstudie basierte dabei auf den Krankheitskomponenten des Charlson-Komorbiditätsindex (CCI). Die University of Manitoba IBD Epidemiology Database umfasst alle CED-Patienten der kanadischen Provinz Manitoba vom 1. April 1984 bis 31. März 2018 sowie angepasste Kontrollen. Ambulante Arztrechnungen und Krankenhausentlassungsberichte wurden nach Diagnosecodes für Komponenten des CCI durchsucht. Einige Krankheiten wurden zu einer Gruppe zusammengefasst, sodass insgesamt 12 Erkrankungszustände untersucht wurden. Die relativen Raten dieser Erkrankungen vor der CED-Diagnose und die Inzidenz dieser Erkrankungen nach einer CED-Diagnose wurden untersucht. Unter Verwendung der Cox-Proportional-Regression bestimmten die Forschenden die Hazard Ratio nach der Diagnose und passten die Konfidenzintervalle nach Bonferroni-Korrektur an. Gegenüber den Kontrollen waren die relativen Raten für kardiovaskuläre Erkrankungen, periphere Gefäßerkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Bindegewebeerkrankungen/rheumatische Erkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen, Magengeschwüre und Krebs vor einer CED-Diagnose erhöht. Nach einer CED-Diagnose waren alle Komorbiditäten erhöht. Die erhöhte Hazard Ratio für Demenz bei Personen mit Morbus Crohn war hierbei ein für das Team beunruhigender neuer Befund und auch die erhöhte Assoziation mit Querschnittslähmung/Hemiplegie war unerwartet. Bei allen Komorbiditäten mit Ausnahme von Diabetes war das Alter der Betroffenen zum Diagnosezeitpunkt der CED jünger als bei den Kontrollpersonen. Fazit Die Autoren konnten somit zeigen, dass CED-Patienten eine höhere Komorbiditätslast haben als Personen ohne CED. Optimale Versorgungspläne für Menschen mit CED sollten daher eine Bewertung weiterer Komorbiditäten beinhalten, die nahezu jedes Organsystem einschließen können. (bi) Autoren: Bernstein CN et al. Korrespondenz: Charles N. Bernstein; [email protected] Studie: Comorbidity before and after a diagnosis of inflammatory bowel disease Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;54(5):637–651. Web: https://doi.org/10.1111/apt.16444
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